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Angepasster Brutraum

Eine oftmals diskutierte Variante zur Führung der Bienenvölker

Allgemeine Informationen zum angepassten Brutraum

Beim angepassten Brutraum gibt der Imker den Bienenvölkern abhängig von der Brutmenge mehr oder weniger Platz im Brutraum. Dafür wird ein begrenzendes Schied in die Bienenbeuten gegeben. Durch dieses „Einengen“ soll die Entwicklung der Völker unterstützt werden.

Der angepasste Brutraum ist keine neue Erfindung. Eine ähnliche Methode wurde bereits bei den alten Hinterbehandlungs-Bienenstöcken angewendet. Das Thema wurde aber vom bereits verstorbenen Imkermeister Hans Beer aufgegriffen und auf die Magazinbeuten angewendet. In den letzten Jahren wurde der angepasste Brutraum insbesondere von Imkermeister Jürgen Binder, dem Leiter der Armbruster Imkerschule stark propagiert.

Beim angepassten Brutraum hat das Schied die gleichen Abmessungen wie ein normales Rähmchen. Es handelt sich also um kein Trennschied. Die Bienen können weiterhin unterhalb, oberhalb und seitlich des Schieds vorbeilaufen. Einige Imker versehen das Schied zusätzlich mit einer Wärmedämmung bzw. auch mit einer wärmereflektierenden Aluminiumfolie. Es gibt aber auch Schiede, welche für den Einsatz im Bio-Bereich vollständig aus natürlichen Rohstoffen hergestellt sind.

Der angepasste Brutraum führt dazu, dass die Rähmchen bis auf wenige, freigelassene Heizzellen vollständig bebrütet werden. Unsere heimische Carnica-Biene brütet nur ungern bis in die letzten Ecken der Rähmchen. Die Carnica-Biene behält sich weiterhin einen kleinen Futterkranz rund um das Brutnest.

Schiede für die Wintertraube

Mit den Schieden werden die Bienen im November oder Dezember, je nach Witterung und Temperatur, auf die Wintertraube geschiedet. D.h. links und rechts von der Wintertraube werden die Schiede eingesetzt. Somit wandert ein großer Teil der Futterreserven hinter die Schiede. Die Bienenmasse selbst ist nun aber durch die Schiede eingeengt. So verbringt das Volk nun den Winter.

Schiede für das Brutnest

Im Frühjahr (Ende Februar/Anfang März), wenn die Völker wieder ihren Brutzyklus beginnen, beginnt sich nun auch die Bienenmasse zwischen den Schieden auszudehnen. Sobald die äußeren Waben des Brutnests zu ca. 80 Prozent bebrütet sind, werden nun wieder die Futterwaben hinter den Schieden einzeln an das Brutnest gehängt. Das Brutnests wird somit langsam von beiden Seiten erweitert. Die Bienen werden von nun an auf die Größe des Brutnests geschiedet.

Mit dem Einsetzen der Tracht endet das Hinzufügen der Futterwaben zum Brutnest. Die restlichen noch hinter den Schieden verbliebenen Futterwaben werden entfernt und der erste Honigraum wird über ein Sperrgitter aufgesetzt. Somit müssen die Bienen den neu gesammelten Nektar und Pollen im aufgesetzten Honigraum einlagern.

Wo liegen die Vorteile des angepassten Brutraums?

  • Beim angepassten Brutraum befinden sich nur Rähmchen in den Völkern, welche auch von den Bienen besiedelt bzw benötigt werden. Dadurch ist mehr Platz in den Beuten und das Arbeiten wird einfacher. Es gibt damit auch kaum noch verschimmeltes Wabenmaterial im Stock. Durch die Schiede wird Wildbau im freien Bereich der Beute weitgehend verhindert, wenn das Setzen der Schiede auch richtig an die Legeleistung der Königin angepasst wird.
  • Die Tracht wird bei richtigem Einsatz der Schiede nur im Honigraum gelagert. Daher muss bei jeder Honigentnahme darauf geachtet werden, dass die Bienen auch noch genug Futterreserven für etwaige Schlechtwetterperioden bzw. Trachtlücken haben.
  • Da sich die Brut nur auf den Rähmchen zwischen den Schieden befindet, kann ab der Sommersonnenwende sehr einfach eine totale Brutentnahme (mit oder ohne Bannwabentasche) durchgeführt werden.

Ist der angepasste Brutraum mit jedem Beutensystem realisierbar?

Der angepasste Brutraum eignet sich eigentlich nur für Beutensysteme, bei denen das Brutnest in einer Zarge Platz finden kann. Dies sind meist Großraumbeuten wie beispielsweise Dadant. Es gibt aber auch Imker, welche den angepassten Brutraum bei zweizargigen Brutnestern einsetzen. Die Arbeitserleichterung, welche sich durch das einfache, seitliche Hinzufügen von Waben zum Brutnest ergibt, ist bei einer zweizargigen Betriebsweise aber nicht gegeben. Für Flachzargen gibt es aber ohnedies die Flachzargen-Betriebsweise, welche sich auch schon über viele Jahrzehnte bewährt hat.

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