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Autor: Bernd Meierhofer

Kriterien zur Erhaltung der Vitalität der Honigbiene in der Varroa Toleranzzucht

Über Lutz Eggert:

Lutz Eggert ist Berufsimker und Züchter (siehe seine ⇒ Homepage ) und bekannt für seinen Weimarer Nadelstempel für die VSH-Zucht (VSH=Varroa Sensitive Hygiene), welchen er über die Internet-Seite https://pin-test.com vertreibt. Mit seinem Nadelstempel werden eine Reihe von verdeckelten Zellen angestochen. Nach 6 bzw. 24 Stunden wird kontrolliert, wie viele Zellen von den Bienen ausgeräumt wurden, da die Maden ja über den Stempel geschädigt bzw. getötet wurden. Dieses Ergebnis ist dann eine Kennzahl für das Hygieneverhalten der Bienen.

Sein Vortrag am 29.10.2022 in Salzburg

Lutz startete seinen Vortrag, welcher dankenswerterweise von der ⇒ Bienenzuchtgruppe Oberösterreich-Salzburg organisiert wurde, zunächst mit der Begriffsdefinition von Vitalität:

Vitalität bedeutet Lebenskraft. Vitalität wird dadurch bestimmt, wie gut es ein Organismus schafft, sich an seine Umgebung anzupassen oder diese für sich zu nutzen. Der Organismus soll gedeihen und überleben und muss konkurrenzfähig sein.

Voraussetzung für ein vitales Bienenvolk ist natürlich eine vitale Königin. Deren Vitalität wird bestimmt durch:

  • ihr Alter (Abnahme der Legeleistung)
  • dem Füllgrad und Inhalt ihrer Spermatheka. Künstliche Besamung (SDI (single-drone inseminated) und MDI (multiple-drone inseminated)) wirkt sich negativ auf die Vitalität des Bienenvolks (im Volk befindet sich dann nur die Genetik von einem Drohn oder sehr wenigen Drohnen) und auch auf die Lebenserwartung einer Königin aus.
  • ihre Genetik (Züchterische Selektion auf der Vater- und Mutterseite, Berücksichtigung möglicher Inzucht)
  • ihre Aufzucht (Bedingungen bei der Aufzucht und der Begattung (Transport der Begattungseinheiten, Beschaffenheit der Begattungseinheiten, …)

Die Vitalität des Bienenvolks wird beeinflusst durch:

  • Umweltbedingungen: Standortwahl (Mikroklima, Giftbelastung durch die Landwirtschaft, Bienendichte im Umfeld),
  • Ernährungssituation: Diversität und Qualität der Nahrung, Nahrungsangebot
  • Stress-Situationen: Störungen durch den Imker, Parasiten und Krankheitserreger

Lutz präsentierte auch den Stammbaum seiner Buckfast-Zuchtlinie. Seine Buckfast-Zuchtlinie basiert auf einer irakischen Königin, in die in weiterer Folge auch eine anatolische und eine afrikanische Bienenrasse eingekreuzt wurde.

Lutz will sich bei seiner Arbeit mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Inspirieren lässt er sich dabei vom amerikanischen Berufsimker und Bienenforscher Randy Oliver. Die Fakten sollten für die Bewertung eines Bienenvolks entscheidend sein.  Ein gutes Bienenvolk ist ein gutes Bienenvolk, unabhängig davon, wie dieses Bienenvolk zustande gekommen ist. Oder wie Bruder Adam sagte: „Let the bees tell you“. Wie wäre es beispielsweise, wenn die Bienen sich ihre Königinnen selbst ziehen und wir nicht die Larven auf den Zuchtlatten vorgeben würden? Die Bienen würden sicherlich eine andere Wahl treffen wie wir und nicht aus jeder x-beliebigen Larve eine Königinnenzelle ziehen.

Lutz schlägt vor, dass wir auch öfters mal aus unserem Tunnel austreten und selbstkritisch neue Wege einschlagen sollten. Für die Zucht schlägt er folgende Punkte vor:

  • große Serien aufziehen
  • gezielte Vorselektion in Begattungseinheiten (MiniPlus oder Kieler-Beuten)
  • systematisch arbeiten
  • gute imkerliche Praxis anwenden
  • Selektionsprotokolle hinterfragen
  • Technologie nutzen
  • finanziellen Freiraum schaffen

Lutz appelliert, dass wir bei der Zucht mehr auf die Vitalität der Bienen achten sollten. Das für die Bienengesundheit so wichtige Propolis sollte wieder positiv gesehen und nicht weggezüchtet werden. Weitere Vitalitätskriterien sind für ihn:

  • Überwinterung ohne große Massenverluste
  • Start der Bienenmasse dem Trachtangebot folgend
  • wenige Milben – keine / wenige Virenlast
  • Ertrag über Verbrauch
  • Bruthygiene moderat
  • Schwarmträgheit vor Sanftmütigkeit

Randnotizen

Der Flugradius der Bienen beträgt im Frühjahr nur ca. 500 m. Im Herbst fliegen die Bienen aufgrund des geringeren Nahrungsangebots auch bis zu 10 km. Dies gilt es zu beachten, wenn es im Herbst zu Räuberei kommt.

Beim Zusetzen einer neuen Königin sollte man beachten, dass die Königin auch schon eine Virenbelastung mitbringen kann. Erkennen die Bienen eine kranke Königin, wird diese nicht angenommen.

Lutz hinterfragt derzeit das klassische VSH-Vorgehensmodell, bei dem MiniPlus-Völker mit einer bestimmten Milbenanzahl belastet werden. Er macht diesen Test nicht mehr, zumal bei dieser Vorgehensweise die Vitalität der Milben ja nicht klar ist.  Außerdem zeigen aktuelle Untersuchungen, dass das VSH-Verhalten auch stark von der Virenbelastung abhängig ist. Somit will er zukünftig den Nadeltest nur in Kombination mit einem Virenmonitoring (2-3 x pro Jahr) durchführen. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass es so etwas wie ein Panik-VSH gibt. Bienenvölker, bei denen der Varroadruck bereits sehr hoch ist, öffnen in ihrer letzten Not die Brutzellen und schwärmen dann ab. Bei solchen Völkern darf nicht von einem guten VSH-Verhalten gesprochen werden.

Lutz kontrolliert daher den natürlichen Totenfall der Milben und die auf den Bienen aufsitzenden Milben. Für den natürlichen Totenfall gibt es laut Lutz nun ein neues Gerät aus Österreich, welches das Gemüll auf einem umlaufenden Förderband transportiert. An einer bestimmten Stelle wird das Gemüll dann von einer Kamera automatisch ausgewertet und der Milbenabfall automatisch gezählt (Ähnlich zu dem von Biene Österreich 2018 getesteten Stockwindel-Scanner-Systemen: https://www.biene-oesterreich.at/automatische-auszaehlung-von-stockwindeln+2500+1138687?env=Y2Q9Mg)

Für die Varroabehandlung seiner Völker verwendet Lutz die totale Brutentnahme und ein Oxalsäure-Träufelpräparat (VarroMed).

Resümee

Lutz Eggert konnte mit seiner erfrischenden ehrlichen Art das Publikum begeistern. Dass er seine Zucht und seine imkerlichen Tätigkeiten selbst ständig hinterfragt, ist sehr zu begrüßen. Man spürt, dass ihm das Wohlergehen der Bienen sehr am Herzen liegt. Kernaussagen seines Vortrags waren, dass die Vitalität der Bienen das komplexe Zusammenspiel von vielen Faktoren ist, die Zucht noch zu wenig auf die Vitalität der Bienen ausgerichtet ist und das Zusammenwirken von Varroa, Viren und Bienen noch viele Überraschungen für uns liefern wird.

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2 Kommentare
  1. Andreas Brandl
    Andreas Brandl sagte:
    2. November 2022 um 19:27

    Eine tolle Zusammenfassung Bernd! Mir gefallen deine Beiträge.

    Antworten
    • admin
      admin sagte:
      2. November 2022 um 20:29

      Hallo Andreas, vielen herzlichen Dank für deinen netten Kommentar! Du hast mit deinem Kommentar Geschichte geschrieben. Der erste Kommentar auf unserer neuen Homepage. Liebe Grüße, Bernd

      Antworten

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