Monatsbetrachtung Juni

Autor: Julia Zwinger

Honigernte und Einwintern

Die Bienenvölker wachsen noch bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Im Juni ist noch Schwarmzeit. Nach der Sommersonnenwende werden die Völker wieder kleiner.

Vor bzw. während der Honigernte muss man sich immer überlegen, ob bereits Trachtende ist, oder ob die Bienen nach der Ernte noch ausreichend Tracht für den Wintervorrat vorfinden. Falls bereits Trachtende erreicht ist, muss man sich Gedanken um Fütterung und Varroabehandlung machen.

Honigernte

Beim Wassergehalt ist ein Wert von unter 18% anzustreben.

Beachte: Der Honig zieht während dem Schleudern und Lagern noch Wasser an!

Einwinterung mit Fütterung und Varroabehandlung

Im Juni wird man meist nur einen Teil des Honigs entnehmen und noch auf eine Waldtracht warten. Wird sämtlicher Honig entnommen, muss der entnommene Honig möglichst rasch durch Zuckerwasser oder Fertigzuckersirup ersetzt werden. Ein Volk benötigt ca.  20 bis 25 kg Futter als Wintervorrat. Hier gilt es möglichst bald mit der Fütterung in kleinen Dosen zu beginnen, damit die Winterbienen nicht zu spät im Jahr mit der Futtereinlagerung belastet werden. Die Winterbienen sollen mit einem möglichst großen Fettkörper und möglichst entspannt in die Winterpause gehen dürfen.

Achtung: Räuberei beim Füttern vermeiden (sauber arbeiten, am Abend arbeiten, alle Völker gleichzeitig füttern, Fluglöcher verkleinern, Futterreserven im Volk belassen …)!

Kurz vor der letzten Honigernte bietet sich als Varroabehandlung eine totale Brutentnahme an. Durch die Entnahme der Brut kann es bei guten Trachtbedingungen sogar noch zu mehr Honigertrag kommen.

Empfehlung: Bannwabentasche (biotechnische Varroabehandlungsmethode).
Bei der Bannwabentasche werden eine oder zwei Leerwaben in die Bannwabentasche gegeben und die Königin mit eingesperrt. Die Brut rund herum läuft aus und konzentriert sich nur noch auf die Bannwabentasche (die Varroa vermehrt sich nur in der Brut). Die Rähmchen in der Tasche können dann entweder entsorgt (einschmelzen) oder zu einem Ableger (Brutscheune) gegeben werden. Eine Restentmilbung mittels Oxalsäure Verdampfer wird empfohlen, sobald sich in den Völkern keine verdeckelte Brut mehr befindet und die Verdampfung alle auf den Bienen ansitzenden Milben erreichen kann!

Anwendungsmöglichkeiten der Bannwabentasche:

  • Varroabehandlung
  • Alte Brutwaben wechseln
  • Bruttätigkeit der Königin während Honigernte reduzieren
  • Schwärmen verhindern

Schwache Völker sind sehr gefährdet durch Räuberei, daher unbedingt gut gegen die Varroamilbe vorgehen!

Im Juni kann als weitere biotechnische Varroabehandlungsmethode auch noch Drohnenbrut ausgeschnitten werden.

Achtung!!! Im Juni gelten mehr als 5 Milben/Tag auf der Windel bereits als kritischer Befall.

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