{"id":1720,"date":"2022-10-08T18:41:42","date_gmt":"2022-10-08T16:41:42","guid":{"rendered":"https:\/\/imker-aigen.at\/?p=1720"},"modified":"2023-09-19T18:59:33","modified_gmt":"2023-09-19T16:59:33","slug":"bienenrassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/","title":{"rendered":"Bienenrassen \/ Unterarten"},"content":{"rendered":"\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l9054n2z-02007c977df53c100d2039ab50f5cfcb\">\n#top .av-special-heading.av-l9054n2z-02007c977df53c100d2039ab50f5cfcb{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-l9054n2z-02007c977df53c100d2039ab50f5cfcb .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-l9054n2z-02007c977df53c100d2039ab50f5cfcb .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-l9054n2z-02007c977df53c100d2039ab50f5cfcb av-special-heading-h3 blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Heimischer Honig von heimischen Bienen  <br \/>Eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit?<\/h3><div class='av-subheading av-subheading_below'><p>Eine kritische Betrachtung der von Imkern verwendeten Bienenrassen (Unterarten) und Hybrid-Bienen<\/p>\n<\/div><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l9053nby-966b9a397f3af497b50ec2f6df8b2646\">\n#top .hr.av-l9053nby-966b9a397f3af497b50ec2f6df8b2646{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-l9053nby-966b9a397f3af497b50ec2f6df8b2646 .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-l9053nby-966b9a397f3af497b50ec2f6df8b2646 hr-custom  avia-builder-el-1  el_after_av_heading  el_before_av_one_full  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div>\n<div  class='flex_column av-jfu88-0945053b3aeecafe4bd6b13cce974efb av_one_full  avia-builder-el-2  el_after_av_hr  avia-builder-el-last  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-l95rvg1y-c973f054c94bceb2fb39030ff6874072 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2>Allgemeines<\/h2>\n<h3>Rassebegriff<\/h3>\n<p>Begriffsbestimmung gem\u00e4\u00df EU-Tierzuchtverordnung (VERORDNUNG (EU) 2016\/1012 DES EUROP\u00c4ISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 8. Juni 2016 Kapitel 1, Artikel 2):<br \/>\n<em>\u201eRasse\u201c eine Population von Tieren, die einander so weitgehend \u00e4hnlich sind, dass eine oder mehrere Z\u00fcchtergruppen sie als eine sich von anderen Tieren derselben Art unterscheidende Gruppe betrachtet und \u00fcbereingekommen sind, sie mit Angabe ihrer bekannten Abstammung in ihre Zuchtb\u00fccher einzutragen, um ihre erblichen Eigenschaften durch Reproduktion, Austausch und Selektion im Rahmen eines Zuchtprogramms zu reproduzieren.<\/em><\/p>\n<p>Der in der Tierzucht verwendete Begriff \u201eRasse\u201c kommt aus dem Arabischen, wo \u201eras\u201c Kopf oder Ursprung bedeutet. Die Bezeichnung \u201eUrsprung\u201c gibt schon einen Hinweis darauf, dass geographische Isolierungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Tierrassen gespielt haben. Ende des 18. Jahrhunderts wurden unter dem Begriff \u201eRace\u201c Tiere einer Gegend mit sehr \u00e4hnlichem Aussehen verstanden. Heute werden genetische Untersuchungen durchgef\u00fchrt, um zu kl\u00e4ren, ob sich \u00e4u\u00dferlich sehr \u00e4hnliche Tiere auf genetischer Ebene unterscheiden und somit m\u00f6glicherweise eigenst\u00e4ndige Rassen sind.<\/p>\n<h4>Alte Rassen\/gef\u00e4hrdete Rassen<\/h4>\n<p>Eine Rasse gilt dann als gef\u00e4hrdet (in ihrem Fortbestand bedroht), wenn die Zahl ihrer Individuen unter einer bestimmten Mindestzahl sinkt. Von der EU gibt es festgelegte Grenzwerte f\u00fcr die Anerkennung als seltene Nutztierrasse.<\/p>\n<h4>Landrassen\/Naturrassen<\/h4>\n<p>Rassen, welche sich ohne systematische Z\u00fcchtung und nur durch besondere Anpassungen an die Umweltverh\u00e4ltnisse gebildet haben. Diese Rassen stellen wertvolle Genreserven (Reserven an gesunder, normaler erblicher Beschaffenheit (Leopold Adametz)) dar und m\u00fcssen gesch\u00fctzt werden. In unserer Gegend (Salzburg) war die Dunkle Biene die Landrasse.<\/p>\n<h3>Unsere Honigbiene<\/h3>\n<p>Die Zoologische Stellung unserer Honigbiene kann wie folgt beschrieben werden:<\/p>\n<p>Tier -> Gliederf\u00fc\u00dfler -> Insekt -> Hautfl\u00fcgler -> Biene -> Honigbiene<\/p>\n<p>Es gibt 9 Honigbienenarten (Apis). 8 davon leben in Asien. Unsere Honigbiene ist die westliche Honigbiene: die Apis mellifera.<\/p>\n<p>Von unserer Apis mellifera gibt es 25 regional angepasste Unterarten (Rassen). Die Apis mellifera carnica (K\u00e4rnter Biene), die Apis mellifera mellifera (Dunkle Biene), die Apis mellifera lugistica (italienische Biene) &#8230;<\/p>\n<p>Die einzelnen Bienenunterarten \u00fcberlappen oftmals in ihren Merkmalen. Oft sind die Unterarten erst \u00fcber die vom Bienenkundler Friedrich Ruttner entwickelte Morphometrie (Unterscheidung \u00fcber K\u00f6rpermerkmale) oder \u00fcber DNA-Analysen eindeutig voneinander unterscheidbar.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlich bedeutenden mitteleurop\u00e4ischen Bienenrassen sind nur die Apis mellifera carnica (K\u00e4rnter Biene), die Apis mellifera mellifera (Dunkle Biene) und die Apis mellifera lugistica (italienische Biene).<\/p>\n<p>Innerhalb der 25 Unterarten gibt es aber weitere regionale Spezialisierungen\/regionale Populationen. Diese sind autochthone (einheimische, urspr\u00fcngliche) Rassen, welche sich durch nat\u00fcrliche Selektion an die jeweiligen Umweltbedingungen (Klima, Pflanzen- und Trachtverh\u00e4ltnisse) weiter angepasst haben. Diese speziellen \u00d6kotypen unterscheiden sich beispielsweise auch in ihrem Brutrhythmus. So gibt es beispielsweise auch innerhalb der K\u00e4rntner-Biene (Apis mellifera carnica) in \u00d6sterreich die Unterteilung nach der alpenl\u00e4ndischen (graue Behaarung) und der pannonischen (senffarbige, lehmfarbige Behaarung) Apis mellifera carnica Population.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Eine Auswahl von Fotos der verschiedenen Bienenrassen\u00a0 ist auf der Homepage der Zuchtdatenbank <a href=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/beebreed\/ZWS\/\">\u21d2 BeeBreed<\/a> zu finden. Auch wenn die Bienen f\u00fcr den Laien auf den ersten Blick alle sehr \u00e4hnlich erscheinen, so sind es doch alle \u00f6rtlich angepasste Bienenrassen, deren K\u00f6rpermerkmale und Eigenschaften sich \u00fcber die Jahrtausende an die jeweilige Fauna und Flora angepasst haben.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<h1><\/h1>\n<\/div><\/section><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l95ruz75-dae4dbd806a6ddf4592c753ef5887983\">\n#top .hr.av-l95ruz75-dae4dbd806a6ddf4592c753ef5887983{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-l95ruz75-dae4dbd806a6ddf4592c753ef5887983 .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-l95ruz75-dae4dbd806a6ddf4592c753ef5887983 hr-custom  avia-builder-el-4  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div><br \/>\n<section  class='av_textblock_section av-l9055x8w-c952370b9e87d6bcf4200021ec9d5e30 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2>Die Dunkle Biene<\/h2>\n<p>Unsere Gegend war nach der letzten Eiszeit (vor 10.000 Jahren) die Heimat der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera). D.h. die Dunkle Biene w\u00e4re eigentlich unsere Landrasse\/Landbiene. Die Dunkle Biene kam in ganz Europa von n\u00f6rdlich der Alpen bis zum 60. Breitengrad vor. Einschlie\u00dflich Gro\u00dfbritanniens und Irlands bis zum Uralgebirge.<\/p>\n<p>Die Dunkle Biene erzeugt ein kompaktes Brutnest und gilt als sehr sparsame Biene. Sie hat eine ausgepr\u00e4gte Winterfestigkeit, ben\u00f6tigt wenig Winterfutter und entwickelt sich im Fr\u00fchjahr langsamer als beispielsweise die K\u00e4rntner-Biene. Die Dunkle Biene hat einen schlechteren Wabensitz als die K\u00e4rntner-Biene. Sie sammelt und verwendet reichlich Propolis.<\/p>\n<h2>Die K\u00e4rntner Biene<\/h2>\n<p>Die K\u00e4rntner Biene (Apis mellifera carnica) war urspr\u00fcnglich nur s\u00fcdliche der Alpen beheimatet, wobei die karnischen Alpen die Grenze zur Apis mellifera ligustica (Italiener Biene) bildeten. Also in \u00d6sterreich von Osttirol, dem Salzburger Lungau, \u00fcber K\u00e4rnten, Teile der Steiermark, Nieder\u00f6sterreichs bis in den Pannonischen Raum. Als Nachteil der K\u00e4rntner Biene gilt ihre Schwarmneigung, welche aber auch viele Jahre durch die Verwendung von zu kleinen Beuten (K\u00e4rntner Bauernstock) gezielt gef\u00f6rdert wurde um m\u00f6glichst viele V\u00f6lker verkaufen zu k\u00f6nnen. Heutzutage wurde dieses negative Verhalten durch entsprechende Zucht-Selektion bereits wieder eliminiert.<\/p>\n<p>Der wesentliche Vorteil der K\u00e4rntner Biene ist sicherlich ihre Friedfertigkeit. Reinrassige K\u00e4rntner Bienen verharren beim \u00d6ffnen der St\u00f6cke auf den Waben, ziehen sich sogar in die Wabengassen zur\u00fcck und bleiben beim Herausziehen der R\u00e4hmchen ruhig auf den Waben sitzen.<\/p>\n<\/div><\/section><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l95rk8nq-d6eb5e228e2bfc98a541a70d91a48a60\">\n.avia-image-container.av-l95rk8nq-d6eb5e228e2bfc98a541a70d91a48a60 img.avia_image{\nbox-shadow:none;\n}\n.avia-image-container.av-l95rk8nq-d6eb5e228e2bfc98a541a70d91a48a60 .av-image-caption-overlay-center{\ncolor:#ffffff;\n}\n<\/style>\n<div  class='avia-image-container av-l95rk8nq-d6eb5e228e2bfc98a541a70d91a48a60 av-styling- avia-align-center  avia-builder-el-6  el_after_av_textblock  el_before_av_hr '   itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><div class=\"avia-image-container-inner\"><div class=\"avia-image-overlay-wrap\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" class='wp-image-1758 avia-img-lazy-loading-not-1758 avia_image ' src=\"https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-1030x773.jpg\" alt='Apis Mellifera Carnica' title='Apis Mellifera Carnica'  height=\"773\" width=\"1030\"  itemprop=\"thumbnailUrl\" srcset=\"https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-1030x773.jpg 1030w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-300x225.jpg 300w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-768x576.jpg 768w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-1500x1125.jpg 1500w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees-705x529.jpg 705w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/carnica-bees.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1030px) 100vw, 1030px\" \/><\/div><\/div><\/div><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l95rpnnx-67c29256239beabed5584c8faa7ea6b3\">\n#top .hr.av-l95rpnnx-67c29256239beabed5584c8faa7ea6b3{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-l95rpnnx-67c29256239beabed5584c8faa7ea6b3 .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-l95rpnnx-67c29256239beabed5584c8faa7ea6b3 hr-custom  avia-builder-el-7  el_after_av_image  el_before_av_textblock  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div><br \/>\n<section  class='av_textblock_section av-l95rhgcx-4d0a2719401c1e06ba7191943f8f5874 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2><\/h2>\n<h2>Die Verdr\u00e4ngung der Dunklen Biene durch die K\u00e4rntner Biene<\/h2>\n<p>Die Verdr\u00e4ngung der Dunklen Biene begann bereits im Jahre 1850, als der Pfarrer Johannes Dzierzon die ersten italienischen Bienen nach Deutschland brachte, welche ihm bei seiner Betriebsweise mit den beweglichen R\u00e4hmchen sehr dienlich war. Ab dann nahm die Verkreuzung und Verdr\u00e4ngung der Dunklen Biene ihren Lauf. Die Dunkle Biene wurde zunehmend von Imkern durch die K\u00e4rntner Biene ersetzt (haupts\u00e4chlich in der Zeit des Nationalsozialismus und in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg), wodurch heute die K\u00e4rntner Biene die vorherrschende Bienenrasse in unserer Gegend geworden ist. Anf\u00e4nglich kam es hier zu Vermischungen zwischen der K\u00e4rntner Biene und der Dunklen Biene, welche eine gesteigerte Stechlust zeigten. Letztendlich kam es aber zu einer weitgehenden Verdr\u00e4ngung der Dunklen Biene in unserer Gegend, da sich die K\u00e4rntner Biene aufgrund ihres guten Wabensitzes besser f\u00fcr das Arbeiten mit R\u00e4hmchen in Magazinbeuten eignete als die Dunkle Biene. Die Dunkle Biene wurde fr\u00fcher oft noch im Stabilbau gehalten. Aber auch Ver\u00e4nderungen in der Landwirtschaft f\u00f6rderten die Verbreitung der K\u00e4rntner Biene, da sich die Trachtzeiten auf das Fr\u00fchjahr und den Fr\u00fchsommer verlagerten und im Hochsommer und Herbst neben der Waldtracht kein weiteres Trachtangebot mehr vorhanden war. Die rasche Fr\u00fchjahrsentwicklung der K\u00e4rntner Biene passte gut zu diesen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Diese Verdr\u00e4ngung der Dunklen Biene ist im Nachhinein betrachtet sicher als sehr negativ zu beurteilen, da dadurch die Genetik der Dunklen Biene in unserer Gegend weitgehend ausgel\u00f6scht wurde und somit die Dunkle Biene bereits auf der Liste der gef\u00e4hrdeten Nutztierrassen als &#8222;extrem gef\u00e4hrdet&#8220; gef\u00fchrt wird. In Tirol gibt es von der Dunklen Biene nur noch die Linie \u201eBraunelle\u201c und in Salzburg die Linie \u201eSalzburger Alpenland\u201c.<\/p>\n<p>Heute gibt es in \u00d6sterreich nur ca. 1.000 Bienenv\u00f6lker der Dunklen Biene. Dies entspricht einem Anteil von nur 1% des Bienenbestandes in \u00d6sterreich.<\/p>\n<\/div><\/section><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l95rsg4j-55b664c15bfb810237663df0405ccfe8\">\n#top .hr.av-l95rsg4j-55b664c15bfb810237663df0405ccfe8{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-l95rsg4j-55b664c15bfb810237663df0405ccfe8 .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-l95rsg4j-55b664c15bfb810237663df0405ccfe8 hr-custom  avia-builder-el-9  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div><br \/>\n<section  class='av_textblock_section av-l95rs1kt-9902d90da077fb2a0d3867dcae62dda6 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2>Die Buckfast Biene<\/h2>\n<p>Die Buckfast Biene ist eine vom Menschen (von Bruder Adam, geboren als Karl Kehrle) geschaffene Kunstrasse. Eine Hybrid-Biene, welche eine st\u00e4ndige z\u00fcchterische Bearbeitung erfordert. Es gibt auch noch weitere Kunstrassen wie beispielsweise die Cordovan Biene oder die afrikanisierte Biene (Apis mellifera scutellata + Apis mellifera ligustica).<\/p>\n<p>Bruder Adam hat die Buckfast Biene erschaffen, da 1919 ca. 90% der Apis mellifera mellifera V\u00f6lker in England von der Acarapiose (Tracheenmilben-Krankheit) &#8211; vermutlich in Kombination mit einer Virose &#8211; hinweggerafft wurden. In England wurde daher die Apis mellifera ligustica importiert. Bruder Adam aber versuchte das Problem durch eine Kreuzung der \u00fcberlebenden Apis mellifera mellifera V\u00f6lker mit Apis mellifera ligustia Bienen nach den Zuchtgrundlagen von Ludwig Armbruster zu l\u00f6sen und war damit auch erfolgreich, da die Apis mellifera ligustica wesentlich resistenter gegen die Tracheenmilbe ist.<\/p>\n<p>Da das englische Beutenma\u00df aber zu klein f\u00fcr die Apis mellifera ligustia bzw. auch die neue Buckfast-Kunstrasse war, wechselte Bruder Adam in Folge auf das Dadant-Beutenma\u00df. Im Zuge seiner z\u00fcchterischen T\u00e4tigkeit eignete sich Bruder Adam ein umfassendes Wissen \u00fcber die verschiedenen Apis mellifera Rassen und deren Merkmale an. Passend zur damaligen Zeit und den damaligen Vorstellungen \u00fcber die Tierzucht (der Fokus der Tierzucht lag damals einzig und alleine bei der Steigerung der Ertr\u00e4ge), besch\u00e4ftigte sich Bruder Adam haupts\u00e4chlich mit der Einkreuzung diverser Apis mellifera Rassen in seine Buckfast-Kunstrasse um die Leistungsf\u00e4higkeit seiner Bienen weiter zu steigern. Bruder Adam war sich aber bereits klar, dass der genetische Reichtum der einzelnen Bienenrassen erhalten werden muss, da anderenfalls auch der Buckfast-Zucht langfristig ihre Zuchtbasis entzogen werden w\u00fcrde.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em><strong>\u201eDie Erhaltung der Rassen in ihrer urspr\u00fcnglichen Vielfalt und ihren jeweiligen Eigenheiten ist zweifellos die Vorbedingung zu jedem weiteren Fortschritt in der Z\u00fcchtung der Honigbiene\u201c (Bruder Adam)<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bruder Adam dachte, dass der Erhalt des genetischen Reichtums \u00fcber Reservate m\u00f6glich sein m\u00fcsste. Die Nachricht \u00fcber die gesteigerte Leistungsf\u00e4higkeit seiner Kunstrasse hat sich aber schnell innerhalb der Imkerschaft verbreitet. Somit ist die Buckfast-Biene bereits weit verbreitet, obwohl in \u00d6sterreich die meisten Bienenwirtschaftsgesetze der Bundesl\u00e4nder nur die Zucht- und\/oder Haltung unserer Bienenrassen Apis mellifera carnica bzw. auch Apis mellifera mellifera erlauben w\u00fcrden. Insbesondere Erwerbsimker setzen die Buckfast-Biene ein, da sie sich von den angepriesenen Leistungsmerkmalen (h\u00f6herer Honigertrag und geringere Schwarmneigung) der Buckfast-Biene wirtschaftliche Vorteile erhoffen.<\/p>\n<p>Die Buckfast Biene bleibt aber weiterhin eine Kunstrasse, deren Zucht stets die Einkreuzung fremder Apis mellifera Rassen (Kreuzungszucht) und die Kombination gew\u00fcnschter Bieneneigenschaften (Kombinationszucht ) vorsieht. Somit ist es auch schwierig, \u00fcber die Eigenschaften &#8222;der Buckfast&#8220; Biene zu sprechen, da es eigentlich die Eigenschaften einer bestimmten Z\u00fcchtung sind.<\/p>\n<h3>Wie sieht der Ablauf der Buckfast-Zucht aus?<\/h3>\n<p>Es muss hier zwischen dem Aufbau einer neuen Buckfast-Linie oder einer Buckfast-Reinzucht unterschieden werden.<\/p>\n<h4>Buckfast-Reinzucht<\/h4>\n<p>Die Buckfast-Reinzucht l\u00e4uft eigentlich nicht anders ab, als eine Reinzucht bei anderen Bienenrassen, obwohl man bei der Buckfast-Biene aufgrund ihrer Hybridisierung gar nicht von Reinzucht sprechen d\u00fcrfte. Aber auch f\u00fcr Buckfast Bienen gibt es Buckfast-Belegstellen, welche zur Paarung von unbegatteten Buckfast-K\u00f6niginnen mit selektierten Buckfast-Drohnenv\u00f6lkern genutzt werden. Diese Zuchtmethodik wird vom Gro\u00dfteil der Buckfast-Z\u00fcchter genutzt. Der Buckfast-Hobby-Imker wird sich meistens mit der Standbegattung seiner Buckfast Bienen zufriedengeben.<\/p>\n<h4>Aufbau einer Buckfast-Zuchtlinie<\/h4>\n<p>Beim Aufbau einer neuen Buckfast-Zuchtlinie wird je nach W\u00fcnschen und Vorlieben des Buckfast-Z\u00fcchters eine fremde Bienenk\u00f6nigin (z.B. eine Apis mellifera anatolica) importiert. Diese K\u00f6nigin wird dann mit Buckfast Bienen begattet. In der ersten Tochtergeneration (F1-Generation) zeigen sich dann meist Leistungssteigerungen aufgrund des Heterosiseffekts. Nach dieser ersten Kreuzungszucht erfolgen dann diverse Kombinationsz\u00fcchtungen mit diversen anderen Buckfast-Z\u00fcchtungen, welche versuchen die gew\u00fcnschten Eigenschaften der entstehenden Bienen neu zu kombinieren, zu selektieren und erbfest zu machen. In Folge entstehen dann \u00fcber viele Jahre Stammb\u00e4ume der Buckfast-Linien. Der Buckfast-Z\u00fcchter spricht vom Pedigree und diese Pedigrees verwenden die von Bruder Adam eingef\u00fchrte Pedigree-Schreibweise. Nach mehreren Generationen ist aus der urspr\u00fcnglich fremden Linie eine neue Buckfast-Linie entstanden, deren Bienen mit ihrem genetischen Cocktail dann innerhalb der Buckfast-Community in den verschiedensten L\u00e4ndern verbreitet werden.<\/p>\n<\/div><\/section><br \/>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-l95rt03w-d5e272c284a43962bac377539b437dfe\">\n#top .hr.av-l95rt03w-d5e272c284a43962bac377539b437dfe{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-l95rt03w-d5e272c284a43962bac377539b437dfe .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-l95rt03w-d5e272c284a43962bac377539b437dfe hr-custom  avia-builder-el-11  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div><br \/>\n<section  class='av_textblock_section av-l95rtiod-fc091112ae96962e94afbd0fb13858b7 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><h2>Res\u00fcmee<\/h2>\n<p>Die Buckfast-Zucht entspricht der g\u00e4ngigen Vorstellung moderner Nutztierzucht. Gew\u00fcnschte Eigenschaften werden aus einem Katalog ausgesucht und kombiniert. Hier wird aber vergessen, dass die Biene, im Gegensatz zu den anderen Nutztieren nur als halb-domestiziert eingestuft werden kann. Die Biene steht in starker Wechselbeziehung zu unserer Natur und die Bienenzucht hat im Gegensatz zur Vermehrung von S\u00e4ugetieren einige Besonderheiten (beispielsweise die Parthenogenese und die Paarung der K\u00f6nigin im Flug mit vielen Drohnen), welche eine zielgerichtete und sichere Zucht erschweren. Es stellt sich also die Frage, ob wir uns mit unserer Bienenhaltung an den Vorstellungen der Nutztierzucht orientieren m\u00fcssen bzw. wollen oder vielleicht doch eigene Wege bestreiten sollten?<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Jeglicher Import fremder Bienenrassen birgt neben der Gefahr des Imports neuer Parasiten, neuer Tierkrankheiten und neuer Tierseuchen auch die Gefahr, dass es zu einer Hybridisierung und damit zu einem Verlust der Genetik unserer heimischen Bienen kommt.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Das Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz<\/h3>\n<p>Im Bundesland Salzburg sollten die Genressourcen der heimischen Bienenrassen eigentlich \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.imkerhof-salzburg.at\/bienen\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Salzburger-Bienenwirtschaftsgesetz-Fassung-vom-30.11.2020.pdf\">Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz<\/a> abgesichert sein. Dort ist folgender Text zu finden:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em><strong>\u201eZur Bienenzucht in hierf\u00fcr bestimmten Bienenst\u00e4nden (Belegstellen) d\u00fcrfen nur solche Bienenrassen verwendet werden, die unter Bedachtnahme auf die klimatischen Verh\u00e4ltnisse und die Bed\u00fcrfnisse der Landeskultur im Lande Salzburg hierf\u00fcr geeignet erscheinen. Welche Bienenrassen diesem Erfordernis entsprechen, hat die Kammer f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft in Salzburg durch<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> Verordnung festzustellen.\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/www.imkerhof-salzburg.at\/bienen\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Verordnung-LWK-Salzburg-geeignete-Bienenrassen.pdf\">Verordnung der Land- und Forstwirtschaft<\/a> ist folgender Text zu finden:<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong><em>\u201eGem\u00e4\u00df \u00a7 9 Abs. 1 des Salzburger Bienenwirtschaftsgesetzes, LGBl. Nr. 11\/1968, erkl\u00e4rt die Kammer f\u00fcr Land- u. Forstwirtschaft in Salzburg folgende Bienenrassen als f\u00fcr die Bienenzucht im Lande Salzburg geeignet:<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em> 1. Apis mellifica carnica<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em> 2. Apis mellifica mellifica\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Zucht der Buckfast Biene ist somit im Bundesland Salzburg nicht erlaubt. Da der Gesetzestext aber die Haltung der Buckfast Biene nicht direkt verbietet, wird diese Gesetzesl\u00fccke derzeit von einigen Imkern als Begr\u00fcndung verwendet, um trotzdem Buckfast Bienen im Bundesland Salzburg zu halten. Der eigentliche Zweck des Gesetzes, n\u00e4mlich die Sicherung der Genressourcen der heimischen Bienenrassen, wird dadurch aber ad absurdum gef\u00fchrt. In anderen Bundesl\u00e4ndern in \u00d6sterreich w\u00fcrden die Bienenwirtschaftsgesetze auch die Haltung der Buckfast Biene verbieten (beispielsweise in K\u00e4rnten und der Steiermark). Dennoch wird auch in diesen Bundesl\u00e4ndern die Buckfast Biene gehalten, gez\u00fcchtet und vermarktet.<\/p>\n<h3>Kontrolle von Importen und Exporten \u00fcber das TRACES-System<\/h3>\n<p>Innerhalb der EU gibt es das <a href=\"https:\/\/food.ec.europa.eu\/animals\/traces_en\">TRACES-System (Trade Control and Expert System)<\/a>, welches die Kontrolle, \u00dcberwachung und R\u00fcckverfolgbarkeit von Tiertransporten sicherstellen soll. TRACES ist ein Datenbanksystem, in dem alle Tiertransporte innerhalb der EU sowie aus und in die EU erfasst werden. Damit sollen insbesondere die Beh\u00f6rden bei Auftreten etwaiger Tierseuchen unterst\u00fctzt werden. Seit dem 1.1.2005 sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet TRACES anzuwenden. Auch der Versand von Bienen und Hummeln ist davon nicht ausgenommen. Hier ist aber fraglich, ob es wirklich ausschlie\u00dflich genutzt wird, zumal Bienenk\u00f6niginnen mit Begleitbienen einfach als Brief versendet werden k\u00f6nnen. Eine Beschr\u00e4nkung der versendeten Bienen auf bestimmte Bienenrassen ist \u00fcber das TRACES-System aus organisatorischen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Die Trag\u00f6die des Allgemeinguts<\/h3>\n<p>Aufgrund der begrenzten M\u00f6glichkeiten der Gesetze und ihrer Anwendung liegt es derzeit in der Verantwortung der einzelnen Imker, die Genetik unsere heimischen Bienenrassen zu sch\u00fctzen. Die Imker m\u00fcssen sich die Frage stellen, ob sie wirklich auf Bienen-Importe angewiesen sind und mit Hybrid-Bienen die Genetik unserer heimischen Bienenrassen gef\u00e4hrden wollen. Wie so oft steckt auch hier die \u201eDie Tragik der Allmende \/ Die Trag\u00f6die des Allgemeinguts\u201c dahinter. Solange wir versuchen die der Allgemeinheit zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen zu unserem pers\u00f6nlichen Vorteil auszunutzen, wie beispielsweise durch den Einsatz leistungsoptimierter, k\u00fcnstlicher Bienenrassen, schaden wir letztendlich nur uns selbst. Wir sollten uns immer bewusst sein, dass unsere heimischen Bienenrassen das Ergebnis einer jahrtausendelangen, nat\u00fcrlichen Selektion sind und sie dadurch bestm\u00f6glich an unsere Umweltbedingungen, Feinde und Krankheiten angepasst sind.<\/p>\n<p>Tier-Importe und Exporte sind immer kritisch zu betrachten. Zu oft hat der Mensch schon selbst Katastrophen verursacht. Man m\u00f6ge sich nur die Kaninchenplage in Australien vor Augen f\u00fchren, welche durch den Import von 24 Wildkaninchen durch den britischen Pastor Thomas Austin 1859 verursacht wurde und bis heute j\u00e4hrliche Agrarsch\u00e4den von bis zu 200 Millionen Dollar verursacht. Dies ist insofern bemerkenswert, da zuvor auch schon Kaninchen nach Australien gebracht wurden, aber erst die Wildkaninchen von 1859 ihren genetischen Vorsprung voll ausnutzen konnten. Auswirkungen menschlicher Handlungen auf unsere \u00d6kosysteme k\u00f6nnen also massiv und unvorhersehbar sein. \u00a0Auch unsere Varroa-Problematik kann letztendlich auf einen Tier-Import zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Die nat\u00fcrliche Vielfalt z\u00e4hlt zu den Grundlagen der hohen Lebensqualit\u00e4t in \u00d6sterreich. Diese gilt es zu bewahren und zu sch\u00fctzen!<\/p>\n<p>Auch Kreuzungen verschiedener Bienenrassen (Hybride) sind sehr kritisch zu betrachten. So berichtet beispielsweise der Bienenexperte J\u00fcrgen Tautz in seinem Buch &#8222;Ph\u00e4nomen Honigbiene&#8220;, dass Kreuzungen von Bienen auch zu Entgleisungen f\u00fchren k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><em>Im Falle der durch die Hybridzucht entstandenen Afrikanisierten Biene, der so genannten &#8222;Killerbiene&#8220;, die aus der Europ\u00e4ischen Honigbiene Apis mellifera carnica und der Afrikanischen Honigbiene Apis mellifera scutellata hervorgegangen ist, zeigt sich das Resultat einer fehlenden Feinabstimmung in der Kolonieantwort. Ein Feindalarm soll, anders als die intime Tanzkommunikation, eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl Koloniemitglieder aktivieren, aber auch hier der St\u00e4rke der Bedrohung angemessen sein, In der &#8222;entgleisten&#8220; Alarmkommunikation der Killerbienen-Kolonie gibt es nur alles oder nichts. Breits geringste Mengen der Alarmsubstanz Isopentylacetat, freigesetzt aus dem Stachelapparat der Bienen bei einem Stich, lassen das gesamte Volk aus dem Nest quellen und zum Angriff \u00fcbergehen, mit h\u00e4ufig fatalen Folgen f\u00fcr das Opfer.<\/em><\/p>\n<p>Bei den Hybriden stellt sich aufgrund des sogenannten Heterosiseffekts bei der Zucht der ersten Generation eine Verbesserung der Eigenschaften (Leistungssteigerung) ein, welche in den Folgegenerationen sich aber wieder aufspaltet und verloren geht. Dies ist beispielsweise auch zu beobachten, wenn man aus dem Samen von Hybrid-Tomaten versucht im Folgejahr selbst Pflanzen mit gleichem Ertrag zu z\u00fcchten. Die Tomaten der Nachzucht k\u00f6nnen nicht mehr an die urspr\u00fcnglichen Ertr\u00e4ge ankn\u00fcpfen. Durch den Kauf von Hypbriden ist man somit in einer Abh\u00e4ngigkeit zum Samen-Lieferanten, da jedes Jahr neues Samenmaterial gekauft werden muss.\u00a0 \u00c4hnlich ist es bei den Hybrid-Bienen. Aufgrund dieser k\u00fcnstlichen Leistungssteigerung bekommen nun aber auch unsere traditionellen Rassen einen unn\u00f6tigen Leistungsdruck. Sie m\u00fcssen sich nun an einer k\u00fcnstlich erschaffenen und eigentlich auch sehr fl\u00fcchtigen Leistungsmarke messen. Eigentlich ein sehr unfaires Spiel. Von Nachhaltigkeit ist hier nichts zu sp\u00fcren.<\/p>\n<h2>Was k\u00f6nnen die Imker tun?<\/h2>\n<p>Bienen-Importe, insbesondere Importe fremder Bienenrassen aus fernen L\u00e4ndern, sind strikt abzulehnen. Auch wenn diese in der Form von \u00fcber mehrere Generationen gepaarter Z\u00fcchtungen zu uns kommen w\u00fcrden. Dies kann nicht der zuk\u00fcnftige Weg f\u00fcr eine nachhaltige Imkerei sein. Was hat der Import einer Apis mellifera meda aus Aserbaidschan oder einer Apis mellifera montolica (Ostafrikanische Bergbiene) aus Tansania f\u00fcr einen tieferen Sinn?<\/p>\n<p>Imker sollten sich die Frage stellen, welche Bienen sie am Bienenstand halten und woher sie ihre Bienen beziehen wollen. Rasch und m\u00f6glichst unkompliziert hier etwas aus dem Internet zu bestellen ist sicherlich der falsche Weg. Die Imkerei erfordert eine ausf\u00fchrliche Besch\u00e4ftigung mit der Thematik. Wie es eigentlich bei jeder anderen Neuanschaffung und Haltung von Tieren notwendig w\u00e4re. Bei den Bienen kommt aber hinzu, dass die Bienen fliegen k\u00f6nnen und aufgrund ihrer nur teilweisen Domestizierung sich auch abseits ihrer Standorte verpaaren. Entscheidungen einzelner Imker haben dadurch auch direkten Einfluss auf die Nachbarimker und deren Bienen. Neu-Imker sollten sich daher ausreichend erkundigen und beraten lassen.<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Bienenrasse ist in meiner Gegend f\u00fcr Haltung und\/oder Zucht erlaubt?<\/li>\n<li>Welche Bienenrasse passt zu meinem Standort?<\/li>\n<li>Welche Bienenrasse geh\u00f6rt zu meiner Gegend?<\/li>\n<li>Welche Bienenrasse passt zu meinen Nachbarimkern?<\/li>\n<li>Welche Bienenrasse passt zu meiner Betriebsweise?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch unsere heimischen Bienenz\u00fcchter z\u00fcchten seit Jahrzehnten heimische Bienenrassen von bester Qualit\u00e4t und passen stets ihre Zuchtziele an die aktuellen Anforderungen (Stichwort Sanftmut oder VSH-Zucht) an.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Auch hier gilt der Slogan: \u201eWer regional kauft, kauft nachhaltig.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Man sollte sich daher nicht von modern gestalteten Internet-Seiten oder plakativen Leistungsdaten in die Irre f\u00fchren lassen.<br \/>\nImker sollten stets daran denken, dass in so mancher geschenkter Biene &#8211; vom Freund, Nachbarimker etc. &#8211; auch die B\u00fcchse der Pandora stecken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Jeder Imker sollte seine Bienen genau beobachten. Wichtiger als jede Rassendiskussion ist der momentane Gesundheitszustand der Tiere. Als Tierhalter sind Imker verpflichtet sich um die Gesundheit ihrer Sch\u00fctzlinge zu k\u00fcmmern. Sofern sichergestellt ist, dass die Bienen gesund sind, k\u00f6nnen sich Imker die Frage stellen, ob sie mit ihrer Imkerei langfristig die heimischen Bienenrassen unterst\u00fctzen wollen oder nicht.<\/p>\n<p>In unserer Gegend ist das pl\u00f6tzliche Auftreten von \u201egelben Ringen am Hinterleib\u201c ein erster m\u00f6glicher, aber augenscheinlicher Hinweis f\u00fcr eine Hybridisierung der Bienen. Meist werden sie durch die in Buckfast-Linien eingekreuzten Apis mellifera ligustica Bienen verursacht. In sehr seltenen F\u00e4llen gibt es auch Apis mellifera carnica Bienen mit gelben Ringen, die dann aber nicht dem Rassestandard entsprechen w\u00fcrden. Durch die Verwendung von Reinzuchtk\u00f6niginnen der heimischen Bienenrassen (Umweiseln) k\u00f6nnte das Problem einfach gel\u00f6st werden. Hybrid-V\u00f6lker sollten jedenfalls nicht vermehrt (keine Zuchtstoff-Entnahme) oder zur Vermehrung (keine Drohnen) herangezogen werden. F\u00fcr eine 100%ige Beurteilung der Bienen sind regelm\u00e4\u00dfige K\u00f6rungen der Bienenv\u00f6lker (insbesondere der Zuchtv\u00f6lker) derzeit leider unumg\u00e4nglich, da man sich aufgrund der gro\u00dfen Menge an Hybrid-Bienen nicht mehr vollkommen auf eine gesicherte Begattung \u2013 selbst auf den Belegstellen &#8211; verlassen kann.<\/p>\n<p><strong>Wie diese Recherche \u00fcber die verschiedenen Bienenrassen zeigt, ist heimischer Honig von heimischen Bienen l\u00e4ngst keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr.<\/strong> Wenn in Zeiten des Klimawandels immer mehr der Ruf nach Regionalit\u00e4t und Umweltschutz ert\u00f6nt, sollten auch wir Imker mit gutem Beispiel vorangehen. Unsere imkerlichen T\u00e4tigkeiten sollten bestm\u00f6glich im Einklang mit der Natur stattfinden. Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren die Natur nach unseren Vorstellungen zu verbiegen und auszubeuten.<\/p>\n<p>In der modernen Tierzucht gilt die \u201eErhaltungszucht\u201c als eigene Sparte. Ziel der Erhaltungszucht ist es, Verluste von Genen zu verhindern um m\u00f6glicherweise bisher nicht erkannte oder unbeachtete genetische Eigenschaften f\u00fcr die Zukunft zu sichern. Auch wir Imker m\u00fcssen uns vermehrt der Erhaltungszucht zuwenden und darauf achten, dass unsere existierenden heimischen Bienenrassen (Apis mellifera mellifera und Apis mellifera carnica) gesund und unverf\u00e4lscht erhalten bleiben. <strong>Unsere heimischen Bienenrassen repr\u00e4sentieren schlie\u00dflich auch einen ideellen Wert.<\/strong> Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Zuchtbem\u00fchungen.<\/p>\n<p><strong>Es ist daher absolut notwendig, dass nur die in den verschiedenen Bienenwirtschaftsgesetzen der Bundesl\u00e4nder vorgeschriebenen Bienenrassen von den Imkern gehalten werden bzw. weiterf\u00fchrende Ma\u00dfnahmen zum Schutz unserer heimischen Bienenrassen gesetzt werden<\/strong>.<\/p>\n<p>So w\u00e4re es beispielsweise durchaus anstrebenswert die Schutzkreise der Belegstellen zu vergr\u00f6\u00dfern. Auch bei der Ausbildung von Imkern sollte diese Problematik aufgegriffen und ausreichend besprochen werden. Derzeit kursieren im Internet viele Imker-Lehrvideos, welche meist \u00fcberquellende Bienenzargen zeigen und darauf verweisen, dass die Imker-Neulinge ja nur die richtigen Bienen beim richtigen Z\u00fcchter bestellen m\u00fcssten um genauso &#8222;erfolgreich&#8220; zu sein. Dies ist aber nur soweit zul\u00e4ssig, solange diese Bestellungen auch im Einklang mit unseren Gesetzen erfolgen. Dieser kleine Hinweis fehlt in all diesen Lehrvideos.\u00a0 Au\u00dferdem sei hier auch erw\u00e4hnt, dass f\u00fcr Leistungsbeurteilungen von Bienenv\u00f6lkern eigentlich nur eine Leistungspr\u00fcfung notwendig w\u00e4re, wie diese in den Zuchtverb\u00e4nden auch g\u00e4ngige Praxis ist. Die Bienenmasse alleine sagt nur aus, dass viele Bienen gleichzeitig f\u00fcr eine m\u00f6gliche Tracht zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden, aber auch gleichzeitig hungrig werden k\u00f6nnen. Passen Bienenrasse und Umgebung nicht zusammen, sieht es mit der Wirtschaftlichkeit der V\u00f6lker meist nicht gut aus. Unsere heimischen Bienenrassen w\u00e4ren eigentlich durch nat\u00fcrliche Selektion bestens an die Umgebung angepasst.<\/p>\n<p><strong>Es w\u00e4re w\u00fcnschenswert, wenn die Imker-Verb\u00e4nde und Dachorganisationen (Imkerbund) sich intensiv um dieses Thema k\u00fcmmern w\u00fcrden, zumal unsere heimischen Bienenrassen vor der drohenden Hybridisierung und Ausrottung gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<h2>Weiterf\u00fchrende Links<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX:32016R1012\">EU-Tierzuchtverordnung 2016\/1012<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/oekl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Seltene-NTR-Handbuch-Kern-190327-red.pdf\">Seltene Nutztierrassen &#8211; Handbuch der Vielfalt 4. Auflage<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/section><br \/>\n<div  class='av-social-sharing-box av-3tevqw-5d01fdab34ce88e922fc623b8457f5b8 av-social-sharing-box-default  avia-builder-el-13  el_after_av_textblock  el_before_av_comments_list  av-social-sharing-box-fullwidth'><div class=\"av-share-box\"><h5 class='av-share-link-description av-no-toc '>Eintrag teilen<\/h5><ul class=\"av-share-box-list noLightbox\"><li class='av-share-link av-social-link-facebook avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Facebook\" href='https:\/\/www.facebook.com\/sharer.php?u=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/&#038;t=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten' data-av_icon='\ue8f3' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Facebook'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Facebook<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-twitter avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf X\" href='https:\/\/twitter.com\/share?text=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten&#038;url=https:\/\/imker-aigen.at\/?p=1720' data-av_icon='\ue932' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf X'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf X<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-whatsapp avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf WhatsApp\" href='https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/' data-av_icon='\uf232' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf WhatsApp'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf WhatsApp<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-pinterest avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Pinterest\" href='https:\/\/pinterest.com\/pin\/create\/button\/?url=https%3A%2F%2Fimker-aigen.at%2Findex.php%2F2022%2F10%2F08%2Fbienenrassen%2F&#038;description=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten&#038;media=https%3A%2F%2Fimker-aigen.at%2Fwp-content%2Fuploads%2F2022%2F10%2Fwing-705x285.png' data-av_icon='\ue8f8' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Pinterest'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Pinterest<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-linkedin avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf LinkedIn\" href='https:\/\/linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;title=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten&#038;url=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/' data-av_icon='\ue8fc' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf LinkedIn'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf LinkedIn<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-reddit avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Reddit\" href='https:\/\/reddit.com\/submit?url=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/&#038;title=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten' data-av_icon='\ue927' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Reddit'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Reddit<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-mail avia_social_iconfont' ><a  aria-label=\"Per E-Mail teilen\" href='mailto:?subject=Bienenrassen%20%2F%20Unterarten&#038;body=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/10\/08\/bienenrassen\/' data-av_icon='\ue805' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Per E-Mail teilen'><span class='avia_hidden_link_text'>Per E-Mail teilen<\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div><\/div><br \/>\n<div  class='av-buildercomment av-2fbgwo-b314c0370d1a90f568ece98c38a7d9e1'><\/div><\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":1722,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1720","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-knowledge"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - 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