{"id":4339,"date":"2025-09-15T20:10:12","date_gmt":"2025-09-15T18:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/imker-aigen.at\/?p=4339"},"modified":"2026-03-03T11:19:12","modified_gmt":"2026-03-03T10:19:12","slug":"bedrohung-nimmt-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/","title":{"rendered":"Die Bedrohung durch gebietsfremde Arten nimmt zu"},"content":{"rendered":"<div  class='flex_column av-lmkwj36d-90ac387a87cb56f7e39c2b429574591c av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_image  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lmkwkpjh-1fd1ab966ddddbb660051061ccfe7442\">\n#top .av-special-heading.av-lmkwkpjh-1fd1ab966ddddbb660051061ccfe7442{\npadding-bottom:10px;\n}\nbody .av-special-heading.av-lmkwkpjh-1fd1ab966ddddbb660051061ccfe7442 .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n.av-special-heading.av-lmkwkpjh-1fd1ab966ddddbb660051061ccfe7442 .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-lmkwkpjh-1fd1ab966ddddbb660051061ccfe7442 av-special-heading-h2 blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-1  avia-builder-el-no-sibling '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Die Bedrohung durch gebietsfremde Arten nimmt zu<\/h2><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lmkwzb14-d0975c7d3a410c93d5a7e888623b2bdb\">\n.avia-image-container.av-lmkwzb14-d0975c7d3a410c93d5a7e888623b2bdb img.avia_image{\nbox-shadow:none;\n}\n.avia-image-container.av-lmkwzb14-d0975c7d3a410c93d5a7e888623b2bdb .av-image-caption-overlay-center{\ncolor:#ffffff;\n}\n<\/style>\n<div  class='avia-image-container av-lmkwzb14-d0975c7d3a410c93d5a7e888623b2bdb av-styling- avia-align-center  avia-builder-el-2  el_after_av_one_full  el_before_av_hr '   itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><div class=\"avia-image-container-inner\"><div class=\"avia-image-overlay-wrap\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" class='wp-image-4344 avia-img-lazy-loading-not-4344 avia_image ' src=\"https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/indian-balsam-1571256_1280-495x400.jpg\" alt='' title='Springkraut'  height=\"400\" width=\"495\"  itemprop=\"thumbnailUrl\" srcset=\"https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/indian-balsam-1571256_1280-495x400.jpg 495w, https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/indian-balsam-1571256_1280-845x684.jpg 845w\" sizes=\"(max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><\/div><\/div><\/div>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lmn4rrw8-23d1a68e7b762e6575671ffbe2384180\">\n#top .hr.av-lmn4rrw8-23d1a68e7b762e6575671ffbe2384180{\nmargin-top:30px;\nmargin-bottom:30px;\n}\n.hr.av-lmn4rrw8-23d1a68e7b762e6575671ffbe2384180 .hr-inner{\nwidth:50px;\nmax-width:45%;\n}\n<\/style>\n<div  class='hr av-lmn4rrw8-23d1a68e7b762e6575671ffbe2384180 hr-custom  avia-builder-el-3  el_after_av_image  el_before_av_textblock  hr-center hr-icon-yes'><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><span class='av-seperator-icon avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue8bf' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='hr-inner inner-border-av-border-thin'><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-lmkwqw15-730185c69574d71ae2da0efa1405ee05 '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><span style=\"color: #999999;\">Autoren: Roman Metschina, Bernd Meierhofer<\/span><\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\">IPBES-Bericht vom 4. September 2023<\/a><\/h3>\n<p>Gebietsfremde Arten, auch Neobiota genannt, sind Pflanzen (Neophyten), Pilze (Neomyzeten), Tiere (Neozoen) und Mikroorganismen, die durch den Menschen in Gebiete gelangen, die sie aus eigener Kraft nicht erreichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.ipbes.net\/\">Weltbiodiversit\u00e4tsrat IPBES<\/a> hat am 4. September 2023 ein neues <a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\">Gutachten zu invasiven gebietsfremden Arten und deren Kontrolle<\/a> ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"https:\/\/www.ipbes.net\/\">IPBES<\/a> ist ein UN-Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung f\u00fcr die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt und der \u00d6kosystemleistungen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Invasive gebietsfremde Arten gelten als eine der f\u00fcnf wichtigsten direkten Triebkr\u00e4fte f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Natur weltweit.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Weitere Treiber sind<\/p>\n<ul>\n<li>die Ver\u00e4nderungen der Land- und Meeresnutzung<\/li>\n<li>die direkte Ausbeutung von Organismen<\/li>\n<li>der Klimawandel<\/li>\n<li>die Umweltverschmutzung<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\"><strong>Der aktuelle IPBES-Bericht<\/strong><\/a><strong> kommt zu dem Schluss, dass Tiere und Pflanzen, die sich in Gebiete au\u00dferhalb ihrer Heimat ausbreiten, einer der Hauptursachen f\u00fcr den weltweiten Artenr\u00fcckgang sind.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Invasive gebietsfremde Arten sind besonders problematisch, da sie negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, lokale \u00d6kosysteme und Arten haben. Viele invasive gebietsfremde Arten haben auch Auswirkungen auf die Leistungen der Natur f\u00fcr den Menschen und auf die Lebensqualit\u00e4t. Der wirtschaftliche Schaden ist laut<a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\"> IPBES-Bericht<\/a> enorm (mindestens 423 Milliarden US-Dollar \/ Jahr) und steigt von Jahr zu Jahr. An der Erstellung des Berichts waren rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Gebietsfremde Arten werden durch menschliche Aktivit\u00e4ten absichtlich oder unabsichtlich eingef\u00fchrt und verbreitet. Wenn sich diese Arten ungehindert ausbreiten k\u00f6nnen, spricht man von einer biologischen Invasion.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Invasiven Arten fehlen meist die nat\u00fcrlichen Feinde, weshalb sie sich gegen\u00fcber heimischen Artgenossen oft durchsetzen k\u00f6nnen. Zudem verf\u00fcgen sie h\u00e4ufig \u00fcber ausgekl\u00fcgelte Verbreitungsstrategien. Dadurch kommt es zu einer raschen Verbreitung.<\/p>\n<p>Dem <a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\">IPBES-Bericht<\/a> zufolge wurden mehr als 37.000 gebietsfremde Arten durch menschliche Aktivit\u00e4ten in alle Regionen und Biome (Biom = vorherrschende Lebensgemeinschaft bzw. vorherrschendes \u00d6kosystem) der Erde eingeschleppt.<\/p>\n<h3>Gebietsfremde Pflanzen (Neophyten)<\/h3>\n<p>Wenn Imker an gebietsfremde Arten denken, fallen ihnen sicher sofort das dr\u00fcsige Springkraut (Impatiens glandulifera, auch Indisches oder Rotes Springkraut genannt), die kanadische Goldrute (Solidago canadensis) oder der Japanischen Staudenkn\u00f6terich (<em>Fallopia japonica<\/em>) ein. Diese Pflanzen sind bei manchen Imkern als sp\u00e4te Bienenweide im Jahr sehr beliebt. Wer sich etwas n\u00e4her mit diesen Pflanzen besch\u00e4ftigt, wird feststellen, dass diese Neophyten an bestimmten Pl\u00e4tzen die heimischen Pflanzenarten v\u00f6llig verdr\u00e4ngen. An so manchem Bach in \u00d6sterreich findet man nur noch das dr\u00fcsige Springkraut. Die urspr\u00fcnglich dort vorkommenden Pflanzen wie Brennnesseln, Sumpfdotterblumen, Wasserdost, Schwertlilie etc. sind v\u00f6llig verdr\u00e4ngt. Gerade Brennnesseln gelten als Kinderstube und Nahrungsquelle f\u00fcr viele Schmetterlingsarten. Ohne sie geht es auch unseren Schmetterlingen schlecht. Und ihr Verschwinden hat weiterreichende Folgen. Das Ausma\u00df der zuk\u00fcnftigen Bedrohung durch invasive gebietsfremde Arten ist aufgrund der komplexen Wechselwirkungen und R\u00fcckkopplungen zwischen direkten und indirekten Triebkr\u00e4ften des Naturwandels schwer vorherzusagen. So verursacht z.B. das Springkraut durch seine dicken, kurzen Wurzelballen auch Erosionen an Uferb\u00f6schungen. Betrachtet man die weltweite Verbreitung dieser invasiven Neophyten, wird das Ausma\u00df der Bedrohung deutlich.<\/p>\n<h4>Dr\u00fcsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)<\/h4>\n<p>Das aus Indien stammende Springkraut hat sich bereits \u00fcber den gesamten Globus ausgebreitet. Besonders invasiv breitet es sich in Europa aus. Es wurde bereits 1839 als Zierpflanze in Gro\u00dfbritannien eingef\u00fchrt. Als die Pflanze nach Europa kam, war sie anf\u00e4nglich sehr beliebt. Seither aber breitet es sich invasiv aus. Auch Imker, die das Springkraut als Bienenweide anpflanzten, trugen wesentlich zur Ausbreitung bei. Heute wird die Ausbreitung in der N\u00e4he landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4chen durch den Anstieg des Stickstoffgehalts im Boden beschleunigt. Das Springkraut kann also Ver\u00e4nderungen unserer B\u00f6den (Anreicherung mit Stickstoff und Phosphaten) zus\u00e4tzlich als Beschleuniger f\u00fcr seine Ausbreitung nutzen.<\/p>\n<h4>Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und Japanischer Staudenkn\u00f6terich (Fallopia japonica)<\/h4>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Kanadischen Goldrute, die sich von ihrer urspr\u00fcnglichen Heimat Nordamerika bereits invasiv \u00fcber ganz Europa, Asien und Australien ausbreitet, oder f\u00fcr den Japanischen Staudenkn\u00f6terich, der sich in Europa \u00e4hnlich wie das Springkraut invasiv ausbreitet. Diese Pflanze kann zwischen 10 und 30 cm pro Tag wachsen.<\/p>\n<h4>Robinie (Robinia pseudoacacia)<\/h4>\n<p>Ein weiterer Imkerfreund ist die Robinie, die den Akazienhonig liefert. Wegen der hohen Trachtertr\u00e4ge wandern vor allem Imker aus West\u00f6sterreich in die Akaziengebiete Ost\u00f6sterreichs. Die Robinie wurde in Deutschland zum Baum des Jahres 2020 gew\u00e4hlt. Ihre Schattenseiten zeigen sich erst nach Jahren. Sie reichert den Boden, auf dem sie w\u00e4chst, stark mit Stickstoff an und kann sich \u00fcber Wurzelausl\u00e4ufer rasch ausbreiten. Damit wird sie zur Bedrohung f\u00fcr alle heimischen Pflanzen, die auf Mager- oder Trockenrasen angewiesen sind. N\u00e4hrstoffarme Standorte sind bereits zu seltenen und wertvollen \u00d6kosystemen geworden. Ihr Schutz tr\u00e4gt dazu bei, auf diesen Lebensraum spezialisierte Arten zu erhalten.\u00a0 In der Schweiz steht die Robinie bereits auf der Schwarzen Liste der invasiven Arten. Nach dem F\u00e4llen treibt die Robinie aus dem Wurzelstock rasch neue Triebe aus. Die Robinie ist daher nach dem F\u00e4llen in der Regel rasch wieder st\u00e4rker als vorher. Um eine Robinie zu vernichten, muss die Wasser- und N\u00e4hrstoffzufuhr langsam unterbrochen werden.<\/p>\n<\/div><\/section>\n\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lmn5i3fh-39576246e252bda8bf168db7cc2e0528\">\n.avia-image-container.av-lmn5i3fh-39576246e252bda8bf168db7cc2e0528 img.avia_image{\nbox-shadow:none;\n}\n.avia-image-container.av-lmn5i3fh-39576246e252bda8bf168db7cc2e0528 .av-caption-image-overlay-bg{\nopacity:0.4;\nbackground-color:#000000;\n}\n.avia-image-container.av-lmn5i3fh-39576246e252bda8bf168db7cc2e0528 .av-image-caption-overlay-center{\ncolor:#ffffff;\n}\n<\/style>\n<div  class='avia-image-container av-lmn5i3fh-39576246e252bda8bf168db7cc2e0528 av-styling- avia-align-center  avia-builder-el-5  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock  noHover av-overlay-hover-deactivate'   itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><div class=\"avia-image-container-inner\"><div class=\"avia-image-overlay-wrap\"><div class=\"av-image-caption-overlay\"><div class=\"av-caption-image-overlay-bg\"><\/div><div class=\"av-image-caption-overlay-position\"><div class=\"av-image-caption-overlay-center\"><p>Wurzelsch\u00f6sslinge einer im Vorjahr gef\u00e4llten Robinie. Die invasive Kraft der Pflanze wird deutlich.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" class='wp-image-4368 avia-img-lazy-loading-not-4368 avia_image ' src=\"https:\/\/imker-aigen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/robinie_wurzelschosse_1024_768-705x529.jpg\" alt='' title='Wurzelsch\u00f6sslinge einer im Vorjahr gef\u00e4llten Robinie. 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W\u00e4hrend die Thuja nur durch ihren sehr hohen Wasserbedarf negativ auff\u00e4llt, gilt der Kirschlorbeer als invasive Art. F\u00fcr diese beiden giftigen Heckenpflanzen g\u00e4be es heimische Alternativen, welche auch f\u00fcr die Tierwelt viel vorteilhafter w\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Gebietsfremde Tierarten (Neozoen)<\/h3>\n<p>Wenn wir von einer gebietsfremden Tierart sprechen, denken wir Imker sicherlich sofort an die Varroa-Milbe. Auch diese muss ironischerweise als menschlicher Exportschlager bezeichnet werden. Wir Menschen haben ihr geholfen, sich weit \u00fcber ihr nat\u00fcrliches Verbreitungsgebiet hinaus auszubreiten. So ist die Varroa-Milbe bis auf ganz wenige Ausnahmen bereits weltweit in Bienenst\u00f6cken anzutreffen. \u00c4hnliches ist f\u00fcr den Kleinen Beutenstockk\u00e4fer und die Vespa velutina zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2023\/09\/15\/vespa-velutina-im-anmarsch-auf-oesterreich\/\">Wie auch in unserem Hinweis vom 15.9.2023 zu lesen ist, befindet sich die Vespa velutina bereits im Anmarsch auf \u00d6sterreich.<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<h4>Pathogentransfer<\/h4>\n<p>Zu wenig beachtet, weil nicht offensichtlich, ist die \u00dcbertragung von Krankheitserregern im Zusammenhang mit der Einf\u00fchrung gebietsfremder Arten (Pathogentransfer). So ist es m\u00f6glich, dass Infektionserreger von eingef\u00fchrten Honigbienen auf andere Arten \u00fcbertragen werden. So werden beispielsweise die mit der Varroamilbe assoziierten Viren (Fl\u00fcgeldeformationsvirus, akuter Bienenparalysevirus, Sackbrutvirus) und der einzellige Parasit, Nosema ceranae auf Wildbienen \u00fcbertragen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Der gemeinsame Bl\u00fctenbesuch der verschiedenen best\u00e4ubenden Insekten gilt als Hotspot f\u00fcr den Erregeraustausch.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So tritt der Fl\u00fcgeldeformationsvirus bereits bei einigen Hummelarten auf. Auch Nosema ceranae ist durch \u00dcbertragung von Apis cerana auf Apis mellifera zu uns gekommen. Nosema ceranae wurde bereits bei verschiedenen Hummelarten, Wespen und K\u00e4fern nachgewiesen. Bei Hummeln kann das Virus letale und subletale Auswirkungen haben.<\/p>\n<p>Leider gibt es immer noch Imker, die sich um den Import fremder Bienenrassen bem\u00fchen. Meist mit dem Ziel, diese in ihre Kreuzungszucht (Buckfast-Zucht) einzubauen und damit ihre pers\u00f6nlichen Zuchtziele zu verwirklichen. Unter dem Deckmantel der Varraotoleranzzucht, absoluter Schwarmtr\u00e4gheit oder enormer Honigertr\u00e4ge wird dabei so manche Importbestimmung oder Regelung des hiesigen Bienenwirtschaftsgesetzes geflissentlich ignoriert. Bienenk\u00f6niginnen und Zuchtmaterial k\u00f6nnen schlie\u00dflich einfach per Brief verschickt werden. Oft wird dann auch noch argumentiert, dass die daraus entstehenden Kunstbienen ja nur dem Wohle der Allgemeinheit dienen und alle Hobbyimker, die weiterhin Standbegattung betreiben wollen, von diesen Errungenschaften profitieren werden. So wird aus einem T\u00e4ter schnell ein Wohlt\u00e4ter. Aus einem Imker-Neuling wird mit ein paar Wochenend-Besamungskursen schnell ein Zuchtexperte, der weder die genetischen Zusammenh\u00e4nge verstehen noch die Tragweite seines Handelns voll absch\u00e4tzen kann. Ob die von ihm gez\u00fcchteten Kunstbienen nun ein Segen f\u00fcr die Allgemeinheit sind, darf bezweifelt werden.<\/p>\n<h3><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/h3>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.de-ipbes.de\/de\/Neuer-IPBES-Bericht-zu-invasiven-gebietsfremden-Arten-veroffentlicht-2214.html\">IPBES-Gutachten<\/a> kommt zu dem Schluss, dass die Einschleppung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten verhindert und kontrolliert werden kann und dass es eine breite Palette von M\u00f6glichkeiten gibt, die Ausbreitung und die Auswirkungen invasiver Arten zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Ein- und Ausfuhr gebietsfremder Arten ist \u00f6kologisch kritisch und daher strikt abzulehnen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Pr\u00e4vention und Vorsorge sind die kostenwirksamsten Optionen. Nur durch ein effektives Management k\u00f6nnen die negativen Auswirkungen gebietsfremder Arten im gro\u00dfen Umfang verhindert oder verringert werden. Streng durchgesetzte Einfuhrkontrollen sind daher ein Gebot der Stunde. Leider investieren derzeit nur wenige Staaten in den Kampf gegen biologische Invasionen.<\/p>\n<p>Im Kleinen kann aber jeder von uns einen wertvollen Beitrag leisten.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Neophyten durch einheimische Pflanzen ersetzen (siehe auch unser <a href=\"https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2022\/11\/07\/trachtpflanzen-fuer-honig-und-wildbienen\/\">Artikel \u00fcber Trachtpflanzen<\/a>). Kahle Fl\u00e4chen sollten m\u00f6glichst rasch mit heimischen Geh\u00f6lzen oder f\u00fcr den Standort typischen Blumen und Gr\u00e4sern bepflanzt werden, damit sich Neophyten gar nicht erst ansiedeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Imker sollten nur unsere einheimischen Bienenrassen verwenden.<\/p>\n<p>K\u00f6niginnen und Bienenv\u00f6lker sollten von Imkerinnen und Imkern nur regional und aus seri\u00f6sen Quellen bezogen werden.<\/p>\n<p>Die Imkerinnen und Imker m\u00fcssen in der Ausbildung st\u00e4rker f\u00fcr dieses Thema sensibilisiert werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Gemeinsam m\u00fcssen wir versuchen, nicht noch mehr Lebensr\u00e4ume zu zerst\u00f6ren und den Reichtum unserer heimischen Fauna und Flora zu erhalten. Sonst sieht es \u00fcber kurz oder lang auch f\u00fcr unsere Bienen und unsere Imkerei nicht gut aus.<\/p>\n<h3>Abschlie\u00dfende Worte<\/h3>\n<p>Wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Artikel ein Thema ansprechen, das innerhalb der Imkerschaft sehr kontrovers diskutiert wird. Auf der einen Seite gibt es Imker, die verschiedene Neophyten (z.B. Springkraut) bef\u00fcrworten oder sogar bewusst verbreiten bzw. verbreitet haben, auf der anderen Seite gibt es Imker, die Neophyten sofort ausrei\u00dfen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit fremden Bienenrassen. Wir sind der Meinung, dass es klare Grenzen geben muss, sobald gebietsfremde Arten \u00f6kologisch problematisch werden und somit nicht unbedingt eine Bereicherung f\u00fcr die Umwelt darstellen. Und diese Grenzen werden ja auch durch verschiedene Verordnungen und Gesetze gesetzt. Aber nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sich die Umweltbedingungen auch wieder \u00e4ndern. Zum Beispiel durch den Klimawandel. M\u00f6glicherweise kann sich das Springkraut in Zukunft aufgrund steigender Durchschnittstemperaturen nicht mehr so invasiv ausbreiten wie bisher. Dann wird es auch f\u00fcr diese Arten neue Risikobewertungen geben und die Vorschriften k\u00f6nnen wieder gelockert werden. Bis dahin sind die bestehenden Bestimmungen aber einzuhalten.<\/p>\n<h4>Die Natur ist unsere oberste Richterin<\/h4>\n<p>Wir sind uns auch bewusst, dass unser Artikel nicht sofort alle gebietsfremden Arten eind\u00e4mmen wird. Wir hoffen aber, mit unserem Artikel dem einen oder anderen die Augen ge\u00f6ffnet zu haben und in Zukunft mehr Menschen f\u00fcr dieses Thema zu sensibilisieren.<br \/>\nIn seiner Rede zur Er\u00f6ffnung der Salzburger Festspiele 2023 hat es der \u00f6sterreichische Nobelpreistr\u00e4ger Anton Zeilinger ja sehr treffend formuliert: &#8222;Die Natur ist unsere oberste Richterin&#8220;. Hoffen wir, dass wir mit Vernunft und Anstand in Zukunft wieder mehr im Einklang mit der Natur leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Weiterf\u00fchrende Links:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/HTML\/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN\">VERORDNUNG (EU) Nr. 1143\/2014 DES EUROP\u00c4ISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 22. Oktober 2014 \u00fcber die Pr\u00e4vention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.neobiota-austria.at\/ias-unionsliste\">Invasive Arten der Unionsliste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.neobiota-austria.at\/fileadmin\/inhalte\/neobiota\/pdf\/ias_nat_behoerden_2020.pdf\">F\u00fcr gebietsfremde Arten zust\u00e4ndige nationale Beh\u00f6rden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturschutzbund.at\/positionen\/articles\/invasive-neophyten.html\">Position des Naturschutzbundes<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3>Update vom 31.08.2024<\/h3>\n<p>Die Schweiz macht mobil gegen den als Heckenpflanze beliebten Kirschlorbeer: Ab Sonntag 1.9.2024 darf die invasive Art in der Schweiz nicht mehr verkauft, verschenkt oder eingef\u00fchrt werden. Siehe <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3367715\/\">ORF-Nachricht vom 31.08.2024<\/a><\/p>\n<h3>Update vom 20.9.2025<\/h3>\n<p>Die Verbreitung invasiver Arten schreitet voran. Gl\u00fccklicherweise erkennen immer mehr Menschen die Problematik und versuchen, gegenzusteuern. Auch in der Sonderbeilage \u201eNatur in der Gemeinde\u201d der <a href=\"https:\/\/www.sn.at\/\">Salzburger Nachrichten<\/a> vom 20. September 2025 wird das Thema aufgegriffen.<\/p>\n<h3>Update vom 3.3.2026<\/h3>\n<p>Im Artikel <a href=\"https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2026\/03\/02\/umweltprobleme-in-salzburg-nicht-so-schlimm-oder-doch-nicht\/\">\u201eHonigernte wird in den Tallagen immer schwieriger\u201c im SN-Lokalteil vom 23.2.2026<\/a> wurde auf die aktuellen Probleme der Imkerinnen und Imker im Bundesland Salzburg hingewiesen. In einem darauf folgenden Leserbrief wurde auch das Problem der Neophyten angesprochen.<\/p>\n<\/div><\/section>\n<div  class='av-social-sharing-box av-4631ir-0c0eb64a47b98c0fdf253db21588cdb9 av-social-sharing-box-default  avia-builder-el-7  el_after_av_textblock  el_before_av_comments_list  av-social-sharing-box-fullwidth'><div class=\"av-share-box\"><h5 class='av-share-link-description av-no-toc '>Eintrag teilen<\/h5><ul class=\"av-share-box-list noLightbox\"><li class='av-share-link av-social-link-facebook avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Facebook\" href='https:\/\/www.facebook.com\/sharer.php?u=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/&#038;t=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu' data-av_icon='\ue8f3' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Facebook'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Facebook<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-twitter avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf X\" href='https:\/\/twitter.com\/share?text=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu&#038;url=https:\/\/imker-aigen.at\/?p=4339' data-av_icon='\ue932' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf X'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf X<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-whatsapp avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf WhatsApp\" href='https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/' data-av_icon='\uf232' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf WhatsApp'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf WhatsApp<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-pinterest avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Pinterest\" href='https:\/\/pinterest.com\/pin\/create\/button\/?url=https%3A%2F%2Fimker-aigen.at%2Findex.php%2F2025%2F09%2F15%2Fbedrohung-nimmt-zu%2F&#038;description=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu&#038;media=https%3A%2F%2Fimker-aigen.at%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F09%2Findian-balsam-1571265_1280-705x528.jpg' data-av_icon='\ue8f8' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Pinterest'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Pinterest<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-linkedin avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf LinkedIn\" href='https:\/\/linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;title=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu&#038;url=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/' data-av_icon='\ue8fc' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf LinkedIn'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf LinkedIn<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-reddit avia_social_iconfont' ><a target=\"_blank\" aria-label=\"Teilen auf Reddit\" href='https:\/\/reddit.com\/submit?url=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/&#038;title=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu' data-av_icon='\ue927' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Teilen auf Reddit'><span class='avia_hidden_link_text'>Teilen auf Reddit<\/span><\/a><\/li><li class='av-share-link av-social-link-mail avia_social_iconfont' ><a  aria-label=\"Per E-Mail teilen\" href='mailto:?subject=Die%20Bedrohung%20durch%20gebietsfremde%20Arten%20nimmt%20zu&#038;body=https:\/\/imker-aigen.at\/index.php\/2025\/09\/15\/bedrohung-nimmt-zu\/' data-av_icon='\ue805' data-av_iconfont='entypo-fontello'  title='' data-avia-related-tooltip='Per E-Mail teilen'><span class='avia_hidden_link_text'>Per E-Mail teilen<\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div><\/div>\n<div  class='av-buildercomment av-2gtr37-bbd7b108ba842bf9026864f241167383'><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":4342,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[92,91,88,94,90,87,89,95,93],"class_list":["post-4339","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-knowledge","tag-artensterben","tag-biologische-invasion","tag-gebietsfremde-arten","tag-goldrute","tag-ipbes","tag-neophyten","tag-neozoen","tag-pathogentransfer","tag-springkraut"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - 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