Obleutebesprechung der Flachgauer Imker-Obleute am 18.9.2025

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Autoren: Elisabeth Karl und Bernd Meierhofer

Am 18. September 2025 fand im Imkerhof Salzburg in Koppl um 18:00 Uhr die Obleutebesprechung der Flachgauer Imker-Obleute statt.

Vorstellung des neuen Flachgauer Gauobmannes

Zu Beginn stellte sich der neue Flachgauer Gauobmann, Hans Eisl, der das Amt nach dem Rücktritt seines Vorgängers, Bernhard Grubmüller, übernommen hat und sich am 7. Februar 2026 im Rahmen der Flachgauer Gauversammlung zur Wahl stellen wird, den Obleuten persönlich vor. Dem Gauobmann stehen zukünftig 1.000 € / Jahr zur Verfügung um die Flachgauer Imker-Ortsgruppen und Ortsvereine bei diversen Projekten finanziell zu unterstützen.

Veränderungen im Landesverband

Im Anschluss berichtete der Landesobmann, Andreas Brieger, über die umfassenden Veränderungen im Landesverband seit seiner Wahl im März 2024. Er betonte, dass dabei „kein Stein auf dem anderen geblieben“ sei. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen wurden zahlreiche Aufgabenbereiche von der Imkergenossenschaft in den Landesverband übertragen. Die Genossenschaft ist mittlerweile im Wesentlichen nur noch für das Gebäude des Imkerhofs zuständig.

Geplante Maßnahmen

Der Landesverband hat ca. 2.800 Mitglieder und verfügt aktuell über jährliche Einnahmen von rund 300.000 €, wovon jedoch 100.000 € direkt an den ÖIB abzuführen sind. Die verbleibenden Mittel reichen lediglich, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten bzw. nur um kleine Projekte zu finanzieren (z.B.: Ankauf der Beuten des Lehrbienenstandes, genetische Untersuchung der Dunklen Bienen, etc.). Um geplante Verbesserungen umsetzen zu können und bestehende Serviceleistungen zu sichern, würde sich der Landesobmann eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von derzeit 14,50 € auf 25 € wünschen. Mit einer Beitragserhöhung könnte der Landesverband einerseits den derzeitigen Personalstand halten, andererseits aber auch seine Serviceleistungen weiter ausbauen. Schon jetzt haben sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Überstunden und offene Urlaubstage angesammelt – eine Situation, die auf Dauer nicht vertretbar ist. Ein Vergleich mit den Mitgliedsbeiträgen der anderen österreichischen Landesverbände zeigt, dass Salzburg derzeit noch zu den günstigsten Bundesländern gehört. In Oberösterreich, Steiermark und Burgenland ist der Mitgliedsbeitrag bereits in der Größenordnung von 25 € pro Jahr.

Die anwesenden Obleute zeigten grundsätzlich Verständnis für die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen, sprachen sich jedoch dafür aus, dass zumindest versucht werden sollte, den derzeitigen Mitgliedsbeitrag bis 2028 beizubehalten, auch wenn dies gewisse Einschränkungen bei geplanten Verbesserungen bedeuten könnte.

Prekäre Situation im Imkereisektor

Darüber hinaus ging der Landesobmann auch auf die prekäre Situation im Imkereisektor ein. Viele Betriebe haben in den vergangenen Monaten entweder geschlossen oder ihre Produktion reduziert. Besonders problematisch ist der Honigabsatz in den Supermärkten, der derzeit um rund 30 % rückläufig ist. Auch auf diese geänderte Marktsituation gilt es seitens des Landesverbandes entsprechende Strategien zu entwickeln und Maßnahmen zu setzen.

Weitere mögliche Maßnahmen

Eine Maßnahme um den Verwaltungsaufwand im Landesverband weiter reduzieren zu können, wäre die Abo-Abwicklung der Imkerzeitung künftig an die Ortsgruppen auszulagern. Diese Ankündigung löste sehr unterschiedliche Reaktionen bei den anwesenden Obleuten aus. Es gab Stimmen, die sich für den Erhalt der derzeitigen Lösung aussprachen, und Stimmen, die dafür plädierten, die An- und Abbestellung des Bienen-aktuell Abos direkt die Vereinsmitglieder zu übertragen. Dabei sollte man auch bedenken, dass Zeitschriftenabos gerade bei der jüngeren Generation nicht mehr im Trend sind und als alleiniger Informationskanal längst ausgedient haben.

Ein weiteres Anliegen betrifft die EDV-Unterstützung im Landesverband. Derzeit werden für die Abwicklung und Abrechnung der Honiguntersuchungen noch Excel-Dateien verwendet. Moderne ERP-Softwarelösungen (Erklärung gemäß Wikipedia: „Enterprise-Resource-Planning (ERP) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Personal, Ressourcen, Kapital, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik im Sinne des Unternehmenszwecks rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen, zu steuern und zu verwalten“) wären zwar effizienter, sind jedoch meist zu teuer und für den vergleichsweise kleinen Aufgabenbereich des Landesverbandes überdimensioniert. Hier wünscht sich der Landesverband insbesondere ehrenamtliche Mithilfe oder praxistaugliche und kostengünstige Alternativen.

Abschließend betonte der Landesobmann, dass er sich generell über ehrenamtliche Unterstützung im Landesverband sehr freuen würde. Ihm ist das Miteinander in den Ortsgruppen ganz besonders wichtig, das ein erfüllendes und professionelles Arbeiten zum Wohl unserer Bienen unterstützen und ermöglichen soll.

Danksagung

Der Abend fand schließlich bei einem gemeinsamen Bier in den Verkaufsräumen des Imkerhofs Salzburg einen gemütlichen Ausklang. Die präsentierten Unterlagen werden den Vereinen in Kürze auch über das Verbandsportal zur Verfügung gestellt.

Herzlichen Dank an den Landesobmann für den informativen Abend und seine bisherigen Bemühungen, den Landesverband zu modernisieren und transparenter zu gestalten. Es ist wirklich beachtlich, wie sich der Imkereibereich in Salzburg in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Für eine so große Mitgliederzahl ist selbstverständlich auch ein entsprechendes Verwaltungsteam erforderlich. Hier gilt es, den richtigen Mix zu finden, ohne die Kosten aus den Augen zu verlieren. Ziel ist es, die ehrenamtliche Arbeit in den einzelnen Ortsgruppen entsprechend zu unterstützen und das Serviceangebot des Landesverbandes aufrechtzuerhalten.

Danke auch an Thomas Renner und sein Team vom Imkerhof für die nette Bewirtung!

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