Protokoll vom Landesimkertag am 12.4.2026
Autoren: Paul Freh-Deutschmann, Bernd Meierhofer
Am 12. April 2026 fand im Festsaal „Zur Nachbarschaft“ in Elixhausen der diesjährige Landesimkertag der Salzburger Imkerinnen und Imker statt. Die Veranstaltung erfreute sich großer Beliebtheit und war sehr gut besucht. Zahlreiche Imkerinnen und Imker aus dem gesamten Bundesland folgten der Einladung und sorgten gemeinsam mit hochrangigen Ehrengästen aus Politik, Landwirtschaft und Imkerei für einen festlichen und würdigen Rahmen.
Unter den prominenten Gästen befanden sich unter anderem die Landtagsabgeordnete und Klubobfrau der Grünen im Salzburger Landtag, Mag. Martina Berthold, MBA, der Landesrat der Salzburger Landesregierung Maximilian Aigner (ÖVP), der Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer Rupert Quehenberger sowie der Bürgermeister von Elixhausen, MMag. Michael Prantner (ÖVP). Ebenso nahmen der Bezirksobmann des Salzburger Bauernbundes für den Flachgau, Michael Schmidhuber, sowie Angelika Stutz, Schriftführerin des Kreisverbandes der Imker Südost-Oberbayern e.V., an der Veranstaltung teil.
Auch zahlreiche Persönlichkeiten aus der Imkerschaft waren vertreten, darunter der Präsident des oberösterreichischen Landesverbandes für Bienenzucht, Herbert Vitzthum, der ehemalige Salzburger Imker-Landesobmann Willi Kastenauer sowie der langjährige Funktionär des Salzburger Landesverbandes und Obmann der Imker-Ortsgruppe Saalfelden, Dipl.-Ing. Richard Kaiser.
Totengedenken
Zunächst wurde dem erst kürzlich verstorbenen Agrarökonomen Josef Schwaiger und der verstorbenen Imkerinnen und Imker in einem feierlichen Totengedenken gedacht. Dabei wurde eine große Bienenwachskerze entzündet. Die Kerze stand auf einem eisernen Kerzenständer, der erst kürzlich restauriert wurde und nun in neuem Glanz erstrahlt. Künftig soll dieser wieder vermehrt bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommen und auch eine neue Gemeinschaftskerze aus Bienenwachs soll hergestellt werden. In diesem Zusammenhang appellierte der Landesobmann an die Imkerinnen und Imker der verschiedenen Ortsgruppen, etwas Bienenwachs für diese Kerze als Symbol der Verbundenheit zu spenden.
Grußworte der Ehrengäste
MMag. Michael Prantner (Bürgermeister von Elixhausen)
Der Landesimkertag startete mit den Grußworten der Ehrengäste. Den Auftakt machte der Bürgermeister von Elixhausen, MMag. Michael Prantner. Er eröffnete seine Rede mit dem Hinweis, dass die Imkerschaft angesichts der Vielzahl an bewirtschafteten Tieren eigentlich die größte „Bauernschaft“ darstellt. Zudem betonte er, dass Nachhaltigkeit längst kein bloßes Schlagwort mehr sein dürfe, sondern eine gelebte Notwendigkeit sei. Der Erhalt unseres Kulturraumes sei von zentraler Bedeutung, wobei die Imkerschaft einen äußerst wertvollen Beitrag leiste. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Initiative „Jedem Garten seinen Baum“ des Elixhausner Obst- und Gartenbauvereins, die darauf abzielt, in jedem Garten entsprechende Sträucher und Bäume zu etablieren.
Rupert Quehenberger (Präsidenten der Salzburger Landwirtschaftskammer)
Im Anschluss folgten die Grußworte des Präsidenten der Salzburger Landwirtschaftskammer, Rupert Quehenberger. Er hob besonders die neue Herkunftsbezeichnung für Honig hervor, die es Konsumentinnen und Konsumenten künftig erleichtert zu erkennen, ob es sich um heimischen Honig oder Importware handelt. Zudem zeigte er sich optimistisch hinsichtlich der bevorstehenden Saison: Laut seiner Wetterrecherche seien die Aussichten für den April vielversprechend, sodass den Imkern eine bessere Frühjahrssaison als in den vergangenen Jahren bevorstehen könnte.
Mag. Martina Berthold, MBA (Landtagsabgeordnete und Klubobfrau der Grünen im Salzburger Landtag)
Daraufhin sprach die Landtagsabgeordnete und Klubobfrau der Grünen im Salzburger Landtag, Mag. Martina Berthold, MBA. In ihren Ausführungen betonte sie die Bedeutung starker Frauen und zog dabei einen anschaulichen Vergleich zum Bienenstock, in dem das Volk bekanntlich überwiegend von weiblichen Bienen getragen wird. Gleichzeitig unterstrich sie die Wichtigkeit der Zusammenarbeit aller Beteiligten – von Bauern über Naturschützer bis hin zu den Imkern. Auch die Wildbienen und andere bestäubende Insekten dürften dabei keinesfalls außer Acht gelassen werden. Seitens des Landes sei zudem die Einrichtung einer Bienenfachberatung geplant.
Maximilian Aigner (Landesrat)
Den Abschluss der Grußworte bildete Landesrat Maximilian Aigner (ÖVP), der erst seit vier Monaten in seiner neuen Funktion tätig ist und damit die Nachfolge des im Oktober des Vorjahres viel zu früh verstorbenen Agrarökonomen Josef Schwaiger angetreten hat. In seiner Rede betonte er die zentrale Rolle der Bienen für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und hob hervor, dass das Bienenvolk als Vorbild für Organisation und Zusammenarbeit dienen könne. Auch er unterstrich die Bedeutung der neuen Herkunftsbezeichnung für Honig. Darüber hinaus ließ er anklingen, möglicherweise selbst mit der Imkerei beginnen zu wollen.
Ehrungen
Es folgten die Ehrungen. Imkermeister Andreas Kühner erhielt die Bronzene Weipplmedaille und Wanderlehrer Dipl.-Ing. Richard Kaiser die Silberne Weipplmedaille. Beide wurden damit für ihre verdienstvolle Arbeit in der Imkerschaft ausgezeichnet.
Tätigkeitsbericht der Genossenschaft
Danach folgten die Berichte des Obmannes, des Geschäftsführers, der Rechnungsprüfer und des Aufsichtsrates der Salzburger Imkergenossenschaft.
Im Rahmen des Tätigkeitsberichts 2026 informierte der Obmann der Salzburger Imkergenossenschaft, Andreas Brieger über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Imkereigenossenschaft. Trotz umfassender Umstrukturierungen im Jahr 2024, die insbesondere auf eine Verbesserung der Kostenstruktur abzielten, musste die Genossenschaft 2024 ein negatives Ergebnis hinnehmen.
Auch das darauffolgende Jahr 2025 brachte aufgrund eines schlechten Honigjahres keine wirtschaftliche Entlastung. Nur durch konsequente und sofort umgesetzte Kostenreduktionen konnte die Genossenschaft das Jahr 2025 mit einem „blauen Auge“ überstehen.
Das Jahr 2026 steht daher ganz im Zeichen der weiteren Konsolidierung und der Arbeit an einer langfristig gesicherten Zukunft. Obmann Brieger betonte in diesem Zusammenhang besonders die große Bedeutung der Treue und Unterstützung durch die Genossenschaftsmitglieder.
Darüber hinaus wird für 2026 eine weitere organisatorische Entflechtung zwischen Landesverband und Genossenschaft angestrebt, um die Strukturen klarer und effizienter zu gestalten.
Bericht des Geschäftsführers des Imkerhofes Salzburg
Im Anschluss wurde der Geschäftsbericht von Geschäftsführer Thomas Renner für das Geschäftsjahr 2025 präsentiert. Dieses Jahr stellte sich für den Imkerhof Salzburg als äußerst schwierig dar und spiegelte die insgesamt schwache Honigernte wider.
Bedingt durch das schlechte Wetter im Frühjahr kam es im Mai zwar zu einem außergewöhnlich starken Anstieg beim Verkauf von Futtermitteln, der rund das Zwölffache eines durchschnittlichen Jahres erreichte. Gleichzeitig brach jedoch der Absatz von Honigschleudern sowie weiterem Zubehör für die Honigverarbeitung nahezu vollständig ein. Während üblicherweise zwischen 25 und 50 Honigschleudern pro Jahr verkauft werden, lag die Verkaufszahl im Jahr 2025 bei lediglich drei Stück.
Zusätzlich wirkte sich die Aufdeckung von Honigverfälschungen bei Importware negativ auf den Markt aus. Diese Entwicklungen führten dazu, dass heimischer Honig teilweise aus den Supermärkten verschwand bzw. die Konsumenten insgesamt deutlich weniger Honig kauften. Eine differenzierte Wahrnehmung zwischen importierter und regionaler Ware ist bei den Konsumenten leider nur eingeschränkt vorhanden.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Lebensmittelhandel nur ungern von vereinbarten Honigpreisen abweicht und somit Preissteigerungen, die durch schlechte Erntejahre entstehen, kaum mitträgt. Dies stellt für die heimische Produzenten eine zusätzliche wirtschaftliche Belastung dar.
Der Verkauf des Varroa-Behandlungsmittels „Bienenwohl“ stellt weiterhin eine bedeutende und stabile Einnahmequelle für den Imkerhof dar. Jährlich werden rund 10.000 bis 12.000 Flaschen abgesetzt. Allerdings gestaltet sich sowohl der Liefer- als auch der Zahlungszeitpunkt als schwer planbar, was die betriebliche Planung zusätzlich erschwert.
Im Laufe des Jahres 2025 sah sich der Imkerhof zudem mit weiteren Herausforderungen konfrontiert, da einige Lieferanten Insolvenz anmelden mussten. Parallel dazu wurden jedoch auch gezielte Investitionen in die Infrastruktur und das Gebäude vorgenommen, um die Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu stärken.
Bericht Rechnungsabschluss zum 31.12.2025
Es folgte der Bericht des Rechnungsabschlusses zum 31.12.2025 vom Stellvertreter der Landeskassiererin, Dietmar Eppenschwendtner. Die Landeskassiererin, Julia Mayer war leider verhindert.
Bericht des Aufsichtsrates
Nach dem Rechnungsbericht folgte der Bericht des Aufsichtsrates durch den Aufsichtsratvorsitzenden Dr. Martin Hintersteiner. Herr Hintersteiner betonte die zentrale Bedeutung eines positiven Kapitalflusses für die Genossenschaft. Nur durch ausreichend erwirtschaftetes Kapital können Waren eingekauft, notwendige Investitionen in die Zukunft getätigt, Steuern beglichen und gegebenenfalls Dividenden erwirtschaftet werden. Um dies langfristig sicherzustellen, soll der Fokus künftig verstärkt auf den Ausbau des Webshops und des Online-Auftritts gelegt werden. Ebenso wird angestrebt, vermehrt auf eigenständige Produkte wie „Bienenwohl“, „ApiLife Var“ sowie Futtermittel zu setzen und den Bereich „Beratung und Wissensvermittlung“ im Imkerhof weiter zu intensivieren.
Neben der allgemein angespannten Situation in der Imkerei – insbesondere einer stagnierenden Kundenbasis – wurde auch der deutliche Rückgang beim Honigverkauf im Jahr 2025 infolge des Honigskandals als besonders negativ hervorgehoben. Herr Hintersteiner appellierte an die Imker ein positives Image über unseren Honig zu verbreiten. Negative Informationen wie beim Honigskandal bleiben den Konsumenten stets lange im Gedächtnis hängen.
Antrag und Beschlussfassung zur Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Aufgrund der präsentierten Prüfergebnisse und Berichte wurde der Antrag zur Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates einstimmig angenommen.
Antrag auf die Erhöhung der Anteile des Landesverbandes an der Salzburger Imkergenossenschaft
Der eingebrachte Antrag zur Übernahme von 3.000 Genossenschaftsanteilen zur Tilgung einer offener Kreditzahlung wurde mehrheitlich angenommen (8 Gegenstimmen). Somit hat der Landesverband nun 3.150 Stimmanteile an der Genossenschaft.
Tätigkeitsbericht des Landesverbandes
Ab ca. 10:00 Uhr folgte nun die ordentliche Mitgliederversammlung des Landesverbandes für Imkerei und Bienenzucht in Salzburg. Der Landesobmann, Andreas Brieger, startete seine Präsentation mit einer paar Daten und Fakten zum Landesverband. Der Salzburger Landesverband existiert bereits seit 136 Jahren, hat derzeit ca. 2.750 Mitglieder, 77 Ortsgruppen, 6 Vorstände, 5 Gauobleute und 10 Referenten. Die Frauenquote liegt derzeit bei 19 Prozent.
Wesentliche Änderungen im Jahr 2025 sind die neu geschaffene Imkerschule mit der Yolawo-Online-Kursplattform und neuen Kursen, der Ausbau des Labors (neues Laborgerät für Alkoholproben) und die Etablierung des neuen Gesundheitsdienstes (viele Futterkranzproben für AFB-Untersuchungen). Für 2026 gibt es bereits eine Liste an 12 potentiellen Wanderlehrer-Kandidatinnen und Kandidaten. 2025 wurde auch der Kerzenständer des Landesverbandes restauriert. Er soll zukünftig gemeinsam mit einer neuen Verbandskerze wieder bei allen größeren Festlichkeiten zum Einsatz kommen.
Zum Abschluss seiner Präsentation informierte der Landesobmann auch über die Wachsspendenaktion, welche gemeinsam mit der Caritas Salzburg ins Leben gerufen wurde, die 8. Salzburger Honigprämierung und die Zusammenarbeit mit Salzburger Agrar-Marketing.
Wachsspendenaktion
Imkerinnen und Imker können ihr altes Bienenwachs (Kerzenwachs) für einen guten Zweck spenden. Hierfür wird beim Imkerhof Salzburg nun eine eigene Wachs-Spendenbox aufgestellt. Im Caritias Dorf St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße werden daraus Teelichter produziert, welche dann im Salzburger Dom verkauft werden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Syrien-Hilfsprojekt der Caritas zu Gute.
Details siehe: „Erstes Etappenziel der Bienenwachs-Sammelaktion erreicht“. Wenn diese Aktion nun auch die übrigen Imker in Salzburg erreicht, wäre ein weiteres Etappenziel erreicht.
8. Salzburger Honigprämierung
Am 30.10.2026 findet die 8. Salzburger Honigprämierung auf der Burg Hohenwerfen statt. Teilnehmer müssen sich im Zeitraum von 01.05 bis zum 30.06.2026 anmelden und ihre Produkte bis zum 25.8.2026 beim Labor des Imkerhofes Salzburg einreichen. Neben Honig können dieses Jahr auch Oxymel, Met und Honigliköre zur Prämierung eingereicht werden.
Zusammenarbeit mit Salzburger Agrar-Marketing
Unter der Marke „Salzburg Honig“ soll zukünftig ein gemeinsames, positives Honigmarketing erfolgen. Dafür wurden auch neue Gewährverschlüsse für Honiggläser und entsprechende Werbebanner geschaffen. Im Sommer 2026 soll weiteres Werbematerial ausgearbeitet werden. Im Zuge der Honigprämierung am 30.10.2026 sollen dann die ersten Gewährstreifen ausgegeben werden.
Jahresbericht 2025
Anstelle der bisher üblichen Vorträge der Landesreferenten verwies der Landesobmann auf den neu geschaffenen Jahresbericht. Darin sind Berichte von allen Referaten enthalten. Ausgedruckte Exemplare des Jahresberichtes 2025 lagen im Eingang zum Festsaal zur freien Entnahme auf. Dieser Jahresbericht wird in Kürze auch über die Homepage des Landesverbandes abrufbar sein.
Bericht des Rechnungsabschlusses und Prüfung
Der vom Landesobmann präsentierte Rechnungsabschluss zum 31.12.2025 zeigte ein leichtes Minus von 2.629,95 € bei jährlichen Einnahmen und Ausgaben von ca. 300.000 €.
Es folgte der Bericht des Rechnungsprüfers Raimund Prexl über die am 20.3.2026 durchgeführte vierstündige Prüfung. Aufgrund der präsentierten Prüfergebnisse und Berichte wurde der Antrag zur Entlastung des Vorstandes einstimmig angenommen.
Das Prüfergebnis von Raimund Prexl enthielt aber auch einige Verbesserungsvorschläge für die Zukunft des Landesverbandes. Ortsgruppen ohne Vereinsstatus sollten beispielsweise dem Landesverband künftig auch über ihre Finanzen berichten müssen.
Änderung der Statuten des Landesverbandes und Erhöhung des Mitgliedsbeitrages
Der Landesobmann berichtete über die geplanten Statutenänderungen und die Rückmeldungen der Ortsgruppen zu diesen Statutenänderungen. Aus den Rückmeldungen der Ortsgruppen ergaben sich drei kurzfristige Änderungen, die der Landesobmann vortrug und die anschließend einstimmig angenommen wurden. Die übrigen geplanten Statutenänderungen wurden bei der Abstimmung von der Mehrheit angenommen (7 Gegenstimmen).
Auch die Abstimmung über die bereits angekündigte Erhöhung des Mitgliedsbeitrages für 2027 von derzeit 14,5 € auf 25 € wurde von der Mehrheit angenommen (7 Gegenstimmen). Gleichzeitig wird mit dieser Erhöhung aber auch eine „Anhangmitgliedschaft“ eingeführt. Ehepartnerinnen und Ehepartner bestehender Mitglieder können somit um nur 10 € eine Vollmitgliedschaft erwerben.
Wahl weiterer Rechnungsprüfer
Das Team der Rechnungsprüfer soll sich zukünftig aus den Personen Raimund Prexl, Benjamin Kollmann, Gotfried Katsch und Magdalena Ennsmann zusammensetzen. Dieser Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen.
Antrag auf Ehrenmitgliedschaft
Der Landesobmann verlas eine Liste mit Namen von Personen, die eine Ehrenmitgliedschaft erhalten sollen. Alle diese Personen sind bereits in einem rüstigen Alter und seit mehr als 25 Jahren Mitglied im Landesverband. Dass diese Personen die Ehrenmitgliedschaft erhalten, ist eigentlich selbstverständlich. Der Wahlvorschlag wurde somit einstimmig angenommen.
Änkündigung des Landesimkertages 2027
Der Landesimkertag 2027 wird am 4.4.2027 im Ziegelstadl in Hallein stattfinden.
Einladung zur Imkerwahlfahrt nach St. Johann
Der Obmann des Imkervereins St. Johann im Pongau, Rupert Fuchs lud zur Imkerwallfahrt und zur Feier des 125-jährigen Bestehens des Imkervereins St. Johann im Pongau am 3.5.2026 ein.
Einladung zum 1. Tennengauer Honigfest in Kuchl
Der Gauobmann des Tennengaus, Josef Pichler lud zum 1. Tennengauer Honigfest am 9.8.2026 in Kuchl ein.
Impulsvortrag für die Arbeit der Bienenzuchtgruppe OÖ-Salzburg
MMag. Christina Hötzinger stellte die Resistenzuchtarbeit der Oberösterreichischen-Salzburger Bienenzuchtgruppe vor. Sie selbst ist im Landesverband für das Referat zur Zucht der Dunklen Biene zuständig. In ihrem Vortrag informierte Frau Hötzinger darüber, dass sich die Anzahl der Varroamilben in einem Bienenstock sowie die Einstufung der kritischen Anzahl an Milben im Volk, in den letzten Jahren stark verändert haben (1985 galten 6.000 Varroamilben als kritisch, 2003 nur noch 2.000 Varroamilben und 2019 lag der Schwellwert bereits bei 1.000 Varroamilben). Sie führt dies darauf zurück, dass die Imker mit ihren Behandlungen und Eingriffen falsch selektiert haben und die Natur selbst Resistenzeigenschaften gegen die Varroamilbe hervorbringen würde. Sie verwies dabei auf den Artikel von Barbara Locke „Natural Varroa mite-surviving Apis mellifera honeybee populations“ aus dem Jahr 2015. Von der OÖ-S-Bienenzuchtgruppe werden Bienen gesucht, welche von Varroa befallene Zellen erkennen und gezielt ausräumen können. Ein Problem ist aber, dass diese VSH-Eigenschaften nach aktuellem Stand der Wissenschaft rezessiv vererbt werden und somit nur dann in Erscheinung treten, wenn dominante Gene es nicht überdecken. Die Chancen für eine Vererbung rezessiver Eigenschaften an die nächsten Generationen sind daher wesentlich geringer als bei einer dominanten Vererbung. Zum Abschluss ihres Vortrages verwies Frau Hötzinger noch auf eine Tagung des Varroaresistenz 2033 Projekts, welches von 25-27.9.2026 bei Firma Hargassner in Weng im Innkreis stattfinden wird. Zu dieser Veranstaltung werden viele namhafte Redner aus dem Bereich der Varroaresistenzzucht erwartet. Michael Optiz von der AGES wird auch einen Vortrag über die Tropilaelapsmilbe halten.
Fachvortrag über die Imkerei in Zeiten des Klimawandels
Dipl. Biologe Chris Steube, Laborleiter vom Imkerhof Salzburg, hielt einen Vortrag über die Imkerei in Zeiten des Klimawandels, den er auch zu unserer Jahreshauptversammlung in leicht adaptierter Form gehalten hat (siehe Jahreshauptversammlung am 3.2.2026)
Chris Steube erwähnte, dass der Waldhonig in Zukunft immer mehr zurückgehen werde. Vermutlich könne aber der Ahorn immer stärker als Trachtquelle hervortreten. Die Trachten würden sich auch mehr in die Höhe verschieben.
Unsere Bienenhaltung wird zukünftig neben neuen Schädlingen (Vespa Velutina, Tropilaelapsmilbe (die Tropilaelapsmilbe ist schon in der Türkei, der Vermehrungszyklus beträgt 9 Tage, die Bienenvölker schwärmen sich bei einem Befall mit der Tropilaelapsmilbe zu Tode) etc.) immer mehr durch die Bienenviren beeinflusst werden. Durch die Klimaerwärmung werden die Bienen vermehrt Wasser tragen müssen und die Isolierung der Beuten wird auch für den Sommer immer wichtiger (Stickwort „heißer Blechdeckel“).
Wir Imker müssen jedenfalls darauf achten, dass wir den Stress für die Bienen möglichst reduzieren. Unsere Bienen dürfen im ganzen Jahr weder Temperaturstress (Hitze oder Kälte) noch Futternot erleiden: 5 kg Futter oder ca. drei verdeckelte Rähmchen sollten immer im Stock sein. Situatives Füttern wird in Zukunft immer wichtiger werden.
Herr Steube appellierte auch an die Imker, ihr Varroakonzept zu überdenken. Wir müssen zukünftig jederzeit die Varroabelastung eines Bienenvolkes erkennen können und dann danach handeln. Bei zu hoher Varroabelastung müssen Völker auch aus dem Honig genommen werden. Bei chemischen Behandlungen gilt der Grundsatz: weniger ist mehr. Jede Behandlung muss als Chemotherapie gesehen werden. Zum Abschluss seines Vortrages appellierte Herr Steube an die Imker nur regionale Bienenvölker zu kaufen und damit die Einfuhr von Krankheiten und Parasiten zu vermeiden. Er persönlich würde sich für die Zukunft auch eine offene Fehlerkultur in der Imkerschaft wünschen, damit aus gemachten Fehlern möglichst viele Imker lernen und diese zukünftig vermeiden können.
Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an
Für eine feierliche und stimmungsvolle Umrahmung sorgte die Musikgruppe AUTländisch.family (ehemals „Salzburger Nockerl“) unter der Leitung von Hubert Brunauer, die mit ihren musikalischen Darbietungen wesentlich zur gelungenen Atmosphäre beitrug. Der Landesimkertag endete mit dem gemeinsamen Singen der Salzburger Landeshymne. Glücklicherweise wurden die drei Strophen an die Leinwand projiziert.
Resümee
Insgesamt stellte der Landesimkertag 2026 eine äußerst gelungene Veranstaltung dar, die nicht nur den fachlichen Austausch förderte, sondern auch die Gemeinschaft der Salzburger Imkerinnen und Imker stärkte und die Bedeutung der Bienenhaltung in der Öffentlichkeit eindrucksvoll unterstrich. Wir bedanken uns beim Landesverband, der Imkergenossenschaft und deren Teams für ihre Arbeit im Jahr 2025 und wünschen ihnen viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung der bevorstehenden Aufgaben. Für uns alle stehen herausfordernde Zeiten bevor. Nur gemeinsam können wir sie meistern.















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