Die Jahreshauptversammlung der Imker-Ortsgruppe Bad Vigaun
Fachvortrag von Imkermeisterin Maria Koller (KOASABIENE)
Autor: Bernd Meierhofer
Die Jahreshauptversammlung der Imker-Ortsgruppe Bad Vigaun fand am 24. März 2026 im Gasthaus Langwies statt und bot den zahlreichen anwesenden Mitgliedern und Gästen ein abwechslungsreiches Programm.
Neben dem Rückblick auf die Bienensaison 2025 (am 2. Juli war bereits Trachtende im Tal) durfte auch ein Ausblick auf die kommende Bienensaison nicht fehlen: Für 2026 sind wieder zahlreiche Aktivitäten geplant. So soll am 30. August erneut der Bad Vigauner Frühschoppen stattfinden. Darüber hinaus ist im August ein größeres Imkerfest im Tennengau vorgesehen. Ebenso wird der Verein wieder einen Ausflug organisieren, der heuer zu zwei Imkereibetrieben in Bayern führen soll. Einer der geplanten Besuche gilt dem Betrieb von Johannes Kratzer, der neben seiner Landwirtschaft und Bienenhaltung auch eine Ölmühle betreibt.
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Fachvortrag von Imkermeisterin Maria Koller, die eindrucksvoll über die Qualität von Honig sowie über die richtige Vermarktung von Imkereiprodukten referierte. Sie vermarktet ihre eigenen Erzeugnisse unter der Marke „KOASABIENE“, angelehnt an ihre Heimat rund um den Wilden Kaiser bei Kufstein. Anhand anschaulicher Beispiele zeigte sie auch verschiedene Formen mangelhafter Honigqualität auf.
Dabei erklärte sie, dass Honig vor allem dann an Qualität verliert, wenn der Wassergehalt zu hoch ist oder die Lagerbedingungen nicht stimmen. Aus diesem Grund sollte ein kalibrierter Refraktometer während der Honigernte zur Standardausrüstung eines Imkers gehören. Besonders kritisch sind im Lagerraum Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius, da sich in diesem Bereich Hefebakterien optimal vermehren können. Zudem wies sie darauf hin, dass Honig hygroskopisch ist, also Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen kann. Daher ist es unerlässlich, Honig stets luftdicht zu verschließen, um sowohl Feuchtigkeit als auch Staub oder andere Verunreinigungen fernzuhalten.
Als weitere wichtige Qualitätsmerkmale nannte sie einen hohen Invertasewert sowie einen niedrigen HMF-Wert (Hydroxymethylfurfural). Ein hoher Invertasewert zeigt, wie enzymreich der Honig ist und wie gut die Bienen die Saccharose in Fructose und Glukose aufgespalten haben – ein Wert, der steigt, je öfter der Honig von Biene zu Biene weitergegeben wurde. Ein erhöhter HMF-Wert hingegen ist ein klares Zeichen für eine Hitzeschädigung des Honigs. Mit jeder Erwärmung oder Verflüssigung steigt dieser Wert an, während gleichzeitig die Invertase abnimmt.
Abschließend ging sie auch auf natürliche Veränderungen des Honigs ein: Die Kristallisation bzw. das Kandieren sind völlig natürliche Prozesse und kein Qualitätsmangel. Für Konsumentinnen und Konsumenten beeinträchtigen sie jedoch oft das Erscheinungsbild, weshalb sie bei der Vermarktung möglichst vermieden werden sollten. In diesem Zusammenhang kann es auch zu einer sogenannten Phasentrennung kommen, bei der sich über dem bereits kandierten, festen Honig eine flüssigere Schicht mit höherem Wassergehalt bildet (Mutterlaugenbildung). Auch dies gilt es durch sorgfältige Verarbeitung und Lagerung zu verhindern.
Im zweiten Teil ihres Vortrages widmete sich Maria Koller intensiv der Vermarktung ihrer Imkereiprodukte. Dabei erläuterte sie den Werdegang ihres Logos und ging detailliert auf die Gestaltung ansprechender und gesetzeskonformer Etiketten ein. Ebenso erklärte sie, welche zusätzlichen Aufkleber sich am Honigglas bewährt haben – bei ihr kommen pro Glas bereits bis zu fünf verschiedene Aufkleber zum Einsatz. Darüber hinaus betonte sie, wie wichtig es für moderne Imkereibetriebe geworden ist, auch medial präsent zu sein, um die eigenen Produkte erfolgreich zu positionieren und neue Kundinnen und Kunden zu erreichen.
Als mögliche Ausflugsziele empfahl Maria Koller zudem den Besuch der Imkerei „Glocknerbiene“ von IM Sebastian Bauernfeind in Osttirol sowie die Tiroler Imkerschule in Imst. Besonders die Imkerschule beherbergt eine über Jahrzehnte aufgebaute, umfangreiche Sammlung von Honigproben und bietet damit einen einzigartigen Einblick in die Vielfalt und Entwicklung von Honig.
Im Rahmen der Versammlung wurden mehrere Mitglieder für ihre 10-jährige Zugehörigkeit zur Ortsgruppe und zum Salzburger Landesverband für Imkerei und Bienenzucht geehrt. Die Auszeichnungen überreichte der Ehrengast des Abends, Bürgermeister Alexander Sartori. In seinen Grußworten bedankte er sich herzlich bei den Imkern der Ortsgruppe für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit. Er hob hervor, wie bedeutend die Arbeit der Imker sowie der Vereine insgesamt für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde ist.
Die Versammlung zeigte einmal mehr den starken Zusammenhalt innerhalb der Ortsgruppe Bad Vigaun und die große Bedeutung der Imkerei für die Region.




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