Wildbienen-Exkursion auf dem Salzburger Mönchsberg am 29. Mai 2026
Auf der Suche nach der Schwarzen Mörtelbiene
Autoren: Adelheid Speyer, Elisabeth Karl und Bernd Meierhofer
Auf dem Mönchsberg
Am 29. Mai 2026 veranstaltete der Salzburger Naturschutzbund eine gut besuchte Wildbienen-Exkursion auf dem Salzburger Mönchsberg. Unter der fachkundigen Leitung von MMag. Dr. Johann Neumayer und MSc. Martin Schlager (die beiden sind auch als Experten im Österreichischen Wildbienenrat aktiv) begaben sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch viele junge Naturinteressierte, auf die Suche nach einer besonderen Wildbienenart: der Schwarzen Mörtelbiene, die heute nur noch in einem kleinen Habitat am Mönchsberg vorkommt.
Auf der Suche nach der Schwarzen Mörtelbiene
Die Exkursion startete beim Museum der Moderne und führte über den Höhenweg, vorbei an der Stadtalm sowie über den Ludwig-Prähauser-Weg entlang der Grasmayr-Villa bis zur Richterhöhe. Unterwegs erhielten die Teilnehmer vielfältige Einblicke in die faszinierende Welt der Wildbienen und deren Lebensräume.
Ein besonderer Höhepunkt gelang einem jungen Teilnehmer, der tatsächlich ein Exemplar der Schwarzen Mörtelbiene entdeckte und für eine kurze Beobachtung einfangen konnte. Diese seltene Sichtung sorgte bei allen Anwesenden für große Freude.
Wie bei den Wildbienen-Exkursionen von Johann Neumayer üblich, vermittelte der ausgewiesene Wildbienenexperte umfangreiches Wissen über die verschiedenen Wildbienenarten und deren natürliche Nahrungsquellen. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch Martin Schlager, Biologe und Bestäubungsökologe, der zusätzliche wissenschaftliche Hintergründe und aktuelle Erkenntnisse einbrachte. Rund um die beiden Experten bildeten sich immer wieder kleine Gruppen, in denen zahlreiche Fragen ausführlich und kompetent beantwortet wurden.
Die Exkursion machte aber nicht nur auf die Gefährdung einer seltenen Wildbienenart aufmerksam, sondern zeigte auch eindrucksvoll, in welch lebenswerter und naturnaher Stadt wir wohnen. Die Salzburger Stadtberge sind weit mehr als beliebte Ausflugsziele. Sie stellen wertvolle Naturoasen dar, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten und gleichzeitig als wichtige Erholungsräume für die Bevölkerung dienen. Gerade angesichts der zunehmenden Zahl von Hitzetagen kommt ihnen auch als natürliche Temperaturausgleichsflächen eine immer größere Bedeutung zu.
Die Schwarze Mörtelbiene steht beispielhaft für die Schutzwürdigkeit dieser einzigartigen Lebensräume. Ihr Vorkommen am Salzburger Mönchsberg verdeutlicht, wie wichtig der Erhalt naturnaher Flächen inmitten des städtischen Raumes ist.
Der Mönchsberg ist aber keine unberührte Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft, die über viele Jahrhunderte hinweg von Menschen bearbeitet wurde. Aktuell befinden sich dort viele Mähwiesen, die auch regelmäßig gemäht werden, sowie zahlreiche Waldflächen. Zu Zeiten der Erzbischöfe hat dieses Gebiet aber vollkommen anders ausgesehen. Rund um die Wehranlagen durfte es selbstverständlich keine Büsche und Bäume geben, die einem Feind Deckung geboten hätten. Damals sorgten Schaf- und Ziegenherden für die entsprechenden freien Grasflächen rund um die Wehranlagen.
Ein kurzer Abstecher zu den Honigbienen
Auf der Richterhöhe erwartete die Teilnehmer noch ein besonderer Genuss. Dort bestand die Möglichkeit, den ersten Blütenhonig der Saison zu verkosten. Der Honig stammte von unseren Vereinsbienen vom Naturschutzgebiet am Egelsee. Im Rahmen dieser Verkostung gab unser Obmann auch einen kurzen Einblick in die Welt der Honigbienen und die Arbeit der Imkerinnen und Imker. Dabei betonte er die große Bedeutung der Zusammenarbeit und des Wissensaustausches zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Politik. Die Imkerei sei zwar klar ein Teil der Landwirtschaft, könne aber zugleich eine wichtige Vermittlerrolle zwischen den verschiedenen Interessengruppen einnehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil Honigbienen häufig als Natur- und Umweltindikatoren herangezogen werden und wertvolle Hinweise auf den Zustand unserer Lebensräume liefern.
Gemütlicher Abschluss im Augustiner Bräustübl Mülln
Nach dem Ende der Wanderung zur Richterhöhe ließ ein Teil der Teilnehmer den Nachmittag in geselliger Runde ausklingen. Im Gastgarten des Augustiner Bräustübl Mülln fanden sich noch zahlreiche Exkursionsteilnehmer zu einem gemütlichen Bier und einer Jause zusammen. Nach mehreren Stunden intensiver Naturbeobachtung und vieler spannender Informationen bot die Einkehr die verdiente Stärkung und Gelegenheit zum weiteren Austausch über die faszinierende Welt der Wildbienen.
Resümee und Danksagung
Als Imkerverein der Stadt Salzburg möchten wir uns auch künftig aktiv am Schutz der Schwarzen Mörtelbiene und ihres Lebensraumes beteiligen. Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass sich auch nachfolgende Generationen an diesem wunderschönen und seltenen Insekt erfreuen können. Der Schutz der Artenvielfalt und die Bewahrung unserer wertvollen Stadtberge sind eine gemeinsame Aufgabe, die uns alle betrifft. Wir bedanken uns beim Salzburger Naturschutzbund für die Organisation sowie bei den beiden Exkursionsleitern, Dr. Neumayer und MSc. Schlager, für diese tolle Exkursion!













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