Protokoll der Flachgauer Gauversammlung (inkl. Salzburg Stadt) am 7.2.2026
Autor: Bernd Meierhofer
Am 7. Februar fand im Gasthaus Wirt z’Eching in St. Georgen bei Salzburg die Gauversammlung der Flachgauer Imkerinnen und Imker inklusive Salzburg Stadt statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und zeigte das große Interesse an der gemeinsamen Verbandsarbeit. Einige Imkerinnen und Imker konnten jedoch nicht teilnehmen, da zeitgleich ein Facharbeiterkurs im Imkerhof Salzburg stattfand und sie an diesem Wochenende somit die Schulbank drücken mussten.
Wahl des Flachgauer Gauobmannes
Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Wahl des Flachgauer Gauobmanns. Der bisher interimistisch eingesetzte Gauobmann-Stellvertreter Hans Eisl aus der Ortsgruppe Faistenau wurde dabei einstimmig zum neuen Gauobmann gewählt. Gleichzeitig wurde mit Sonja Wintersteller aus der Ortsgruppe Eugendorf dem Gauobmann eine Kassiererin zur Seite gestellt. Auch sie wurde einstimmig gewählt, konnte an der Wahl jedoch nicht persönlich teilnehmen, da sie sich ebenfalls im gleichzeitig stattfindenden Facharbeiterkurs befand.
Die Wahl wurde vom Landesobmann Andreas Brieger geleitet. Er gratulierte der neu gewählten Kassiererin sowie dem neu gewählten Gauobmann und betonte, dass der Gauobmann als Kommunikationskanal zwischen dem Landesverband und den Ortsgruppen fungieren solle – und umgekehrt.
Bericht des Gauobmannes
Der neu gewählte Gauobmann berichtete über die Saison 2025 im Flachgau. Der Flachgau (inkl. Salzburg Stadt) umfasst derzeit 26 Ortsgruppen mit insgesamt 914 Mitgliedern und 7.455 Bienenvölkern, was einem Durchschnitt von 8,16 Bienenvölkern pro Mitglied entspricht. Zudem gab er einen Überblick über die wesentlichen Veranstaltungen des vergangenen Jahres, darunter die Gauversammlung am 8. Februar 2025, den Landesimkertag am 31. März 2025, das Belegstellenfest der Belegstellen LS1 und LS5 am 1. Juni 2025 sowie die Obleutebesprechung der Flachgauer Obleute am 18. September 2025. Weiters berichtete er über die Zuchtarbeit der Carnica Zuchtgruppe Salzburg. Für das Jahr 2026 gab der Gauobmann einen Ausblick auf die kommenden Termine, welche in Kürze sowohl über die Homepage des Imkerhofes Salzburg als auch über unsere Homepage veröffentlicht werden. Geplant ist unter anderem ein Gauausflug zum Honigfest nach Hermagor.
Waldtrachtvortrag von IM Monika Heller
Ein weiterer Höhepunkt der Gauversammlung war der fachlich fundierte und praxisnahe Waldtrachtvortrag von IM Monika Heller aus Maria Schmolln (Bio-Imkerei Heller). Es gibt nur wenige Imkerinnen und Imker, die sich mit der Waldtracht und den Honigtauerzeugern so intensiv beschäftigen und über ein derart umfangreiches Wissen verfügen wie sie. Die Waldtracht hat in unserem Gebiet einen wesentlichen Anteil am gesamten Honigertrag, wird jedoch von vielen Imkerinnen und Imkern oft gar nicht ausreichend gewürdigt.
Gerade weil Bienen evolutionär betrachtet auf das Sammeln von Nektar und Pollen konditioniert sind, ist es keineswegs selbstverständlich, dass sie Waldtracht anfliegen. Bei einem ausreichenden Blütenangebot würden Bienen stets Nektar und Pollen dem Honigtau vorziehen. Nektar enthält Zucker in einer für Bienen sehr gut verdaulichen Zusammensetzung und liefert darüber hinaus sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme sowie Spurenelemente, die das Immunsystem der Bienen unterstützen. Honigtau hingegen enthält viele Mehrfachzucker, wie etwa Melezitose, die von den Bienen schlechter verdaut werden können, und weist einen höheren Mineralstoffgehalt auf, was den Darm der Bienen stärker belastet.
In Trachtlücken kann Honigtau für die Bienen überlebenswichtig sein, für die Imkerinnen und Imker unserer Region ist er unverzichtbarer Bestandteil unserer Honigernte. Für die Überwinterung der Bienen ist Honigtau eigentlich ungeeignet, weshalb er nach der Tracht entnommen und durch Zuckerfütterungen ersetzt werden sollte. Wie gut der im Volk belassene Honig für die Bienen verträglich ist, hängt wesentlich vom Mischungsverhältnis zwischen Nektar- und Honigtauhonig ab. Ein Imker der dies richtig einschätzen kann, kann auch diesbezüglich die richtigen Entscheidungen für seine Bienen treffen.
Monika Heller präsentierte faszinierende Aufnahmen und Videos ihrer Sichtungen der verschiedenen Honigtauerzeuger. Diese werden von uns Imkerinnen und Imkern klar als Nutztiere betrachtet. Deren natürliche Gegenspieler wie Florfliegen, Marienkäfer oder Schlupfwespen, die ganze Lauskolonien vernichten können, gelten im imkerlichen Kontext als Fressfeinde unserer Honigtauerzeuger. Für die Land- und Forstwirtschaft können Blatt- und Schildläuse bei massivem Auftreten allerdings auch zu wirtschaftlichen Schädlingen werden, etwa durch Wachstumshemmungen infolge von Saftentzug oder durch verkrüppelte Triebe und Nadeln. Wesentlich ist die Erkenntnis, dass in der Natur alles seinen Platz und seine Aufgabe hat. Honigtauerzeuger sind ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems, ebenso wie ihre Fressfeinde und wiederum deren Gegenspieler. Wie so oft geht es in der Natur um eine ausgewogene Balance.
Resümee
Insgesamt bot die Gauversammlung einen gelungenen Rahmen für Austausch und fundierte Wissensvermittlung für die Imkerschaft im Flachgau. Es ist erfreulich zu sehen, wie gut und freundschaftlich die Zusammenarbeit der Imkerinnen und Imker im Flachgau funktioniert.
Danksagung
Danke an IM Monika Heller für ihren hervorragenden und äußerst informativen Vortrag. Dem neu gewählten Gauobmann Hans Eisl sowie der neu gewählten Kassiererin Sonja Wintersteller wünschen wir alle Gute für ihre verantwortungsvollen Aufgaben. Die Imkerschaft des Flachgaus werden die Beiden sicherlich bestmöglich unterstützen.









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