Protokoll der Jahreshauptversammlung am 3.2.2026

Autorin: Adelheid Speyer (Schriftführerin)

Begrüßung

Der Obmann Bernd Meierhofer eröffnete die Jahreshauptversammlung des Imkervereins Salzburg Aigen und begrüßte die Ehrengäste, darunter Vertreter des Salzburger Naturschutzbundes (Geschäftsführerin Ingrid Eichberger), der Caritas Salzburg (Teamleitung Fundraising Heinz Purgstaller) des Salzburger Landesverbandes für Imkerei und Bienenzucht (Landesobmann Andreas Brieger, Gauobmann Hans Eisl, Carnica-Zuchtreferent Andreas Freundlinger, Landesschriftführerin Stv. Andreas Arnold),  die zahlreich erschienenen Imkerkolleginnen und Imkerkollegen aus den Nachbar-Ortsgruppen sowie die Mitglieder des Vereins. Die gute Teilnahme unterstrich das große Interesse an der Vereinsarbeit und am angekündigten Fachvortrag.

Agenda

  1. Veränderungen bei den Vereinsmitgliedern
  2. Totengedenken
  3. Rückblick 2025
  4. Ausblick 2026
  5. Neuigkeiten
  6. Kurzberichte
  7. Kassabericht und Entlastung
  8. Fachvortrag
  9. Spenden
  10. Ehrungen
  11. Imkerliche Tätigkeiten im Februar
  12. Termine und Allfälliges

Veränderungen bei den Vereinsmitgliedern

Mitgliederstand 02.02.2025:      74 Mitglieder

Mitgliederstand 02.02.2026:      83 Mitglieder

Der Verein verzeichnete damit einen erfreulichen Mitgliederzuwachs.

Totengedenken

In ehrendem Gedenken wurde auch der verstorbenen Imker Gerhard Forthofer und Anton Kellner gedacht, die zwar keine Mitglieder des Imkervereins Salzburg Aigen waren, durch ihr Wirken aber vielen Imkerinnen und Imkern bekannt waren.

Rückblick 2025

Der Obmann berichtete über ein aktives Vereinsjahr mit zahlreichen Fachvorträgen, Exkursionen und Veranstaltungen. Hervorzuheben sind unter anderem Schulungen, der Landesimkertag, der Tag des offenen Bienenstocks sowie der Elsbethner Adventmarkt.

Besondere Schwerpunkte waren:

  • Fortbildung und Wissensaustausch
  • Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien
  • Bienenpädagogik und Jugendarbeit
  • Vereinsbienen in der Vereinshütte am Egelsee
    An der Vereinshütte Egelsee wurden vier Völker erfolgreich überwintert. Die neu angeschaffte Stockwaage und Wetterstation liefern wertvolle Daten. Die Hütte ist versichert, kleinere Reparaturen wurden durchgeführt. Der Verein hat nun eine eigene VIS-Nummer (5820669). Zudem konnten 15 kg Vereinshonig gewonnen sowie erstmals Vereins‑Oxymel und ‑Essig am Adventmarkt in Elsbethen verkauft werden.

Ausblick 2026

Für das kommende Jahr sind unter anderem vorgesehen:

  • Vorbereitung der Neuwahl des Vorstands
  • Prüfung einer Bio‑Zertifizierung für den Verein
  • Weiterentwicklung eines einheitlichen Vereinsauftritts (neues Vereinslogo und Etiketten)
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Salzburger Naturschutzbund (Rettung der Schwarzen Mörtelbiene, Projekt „Aufblühen“)
  • Sanierung des Fußbodens der Vereinshütte. Eine neue Versuchsbeute wird aufgestellt und eine Wabenhonig-Zarge wurde angeschafft.
  • Es wird auch überlegt, eine weitere Stockwaage inkl. Wetterstation anzuschaffen
  • Sinsoma DNA-Honiganalyse für den Vereinshonig
  • Intensivierung der Bienenpädagogik und Jugendarbeit
  • Ambrosiusfeier 2026. Diese soll – sofern es hier Interesse seitens des Landesverbandes und der übrigen Ortsgruppen gibt – für den ganzen Salzburger Flachgau angeboten werden (analog zur Ambrosiusfeier im Tennengau)
  • Wärmebildkamera TOPDON TC005 soll Diagnose von Bienenvölkern erleichtern
  • Die Kerzen aus unserer Wachsspende sollen nun im Salzburger Dom verkauft werden

Neuigkeiten

  • Anpassung der Mitgliedsbeiträge ab 2027: Der Mitgliedsbeitrag wird 2027 von 8 € auf 10 € erhöht (Beschluss vom 20.1.2026).  Der LV will seinen Mitgliedsbeitrag 2027 von 14,5 € auf 25 € erhöhen. Der Mitgliedsbeitrag für 2027 wird bereits im Herbst 2026 eingesammelt werden.
  • Der LV plant für 2026 wieder eine Honigprämierung. Dieses Jahr können erstmalig auch Met und Honigliköre prämiert werden
  • Berichte für die Bienenzeitung „Bienen aktuell“ müssen spätestens am 20. des Vorvormonats beim LV eingereicht werden
  • LV-Mitgliedsbeiträge von Neumitgliedern werden im Beitrittsjahr vom LV selbst eingehoben
  • Über unsere Homepage werden in Kürze Vorlagen für Stockkarten, Arbeitsblätter und das Bestandsbuch (Aufzeichnung der Behandlungen) zum Download angeboten

Kurzberichte

  • Gesundheitswart: Der Fall eines verlassenen Bienenstandes bei St. Virgil wurde kurz besprochen, wo es die Veterinärbehörde leider unterlassen hat, unseren Gesundheitswart weiter zu informieren. In solchen Fällen wäre es wünschenswert, wenn die Kommunikation besser funktionieren würde. Der betreffende Imker hat zwar im Einzugsgebiet unserer Ortsgruppe geimkert, gehört aber nicht zu unserem Verein. Sonst keine besonderen Vorkommnisse.
  • Carnica‑Zuchtgruppe: Fortsetzung der Königinnenzucht. Dieses Jahr ist geplant die Belegstelle LS5 in Abtenau zu benutzen. An der Carnica-Zucht interessierte Vereinsmitglieder sind eingeladen, sich bei Adelheid Speyer zu melden und aktiv an der Zuchtarbeit mitzuwirken
  • Jugendarbeit: Ein gesonderter Bericht entfiel, da das umfangreiche Wirken der Bienenpädagoginnen und Pädagogen bereits Teil des Folienvortrages war. Für 2026 sind bereits einige Projekte in Planung. Unser besonderer Dank gilt hier Elisabeth Karl und Michael Rettenbacher, die sich unermüdlich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren.

Kassabericht und Entlastung der Kassiererin und des Vorstandes

Im Rahmen des Vereinsberichtes folgte der Kassabericht, vorgetragen von der Kassiererin Karin Eisner. Die Kassaprüferin Regina Brandstätter berichtete anschließend über die durchgeführte Kassenprüfung. Da von ihr und dem zweiten Kassaprüfer, Engelbert Ebner, keinerlei Fehler oder Unstimmigkeiten festgestellt werden konnten, empfahlen sie die Entlastung der Kassiererin sowie des gesamten Vorstands. Dieser Empfehlung wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zugestimmt.

Fachvortrag von Christian Steube: „Zeitgemäße Imkerei – Stressoren und Bienenviren“

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Fachvortrag von Christian Steube, Diplom-Biologe und Laborleiter des Salzburger Imkerhofs. Er beleuchtete aktuelle Herausforderungen in der modernen Imkerei und ging dabei insbesondere auf die Auswirkungen verschiedener Stressfaktoren und Krankheitserreger auf die Bienengesundheit ein. Neben der Varroamilbe ist sicherlich der Klimawandel und die mit dem Klimawandel verbundenen Veränderungen (Veränderung des Trachtangebots, neue Schädlinge, Klimaextreme etc.) in der Natur die größten Herausforderungen für die Imkerinnen und Imker.

Im Anschluss an den Vortrag gab es auch eine kurze Fragerunde. Aus dem Plenum wurde unter anderem die Frage gestellt, wie der am Imkerhof Salzburg befindliche Slowfrozer zur Kryokonservierung von Drohnensperma aktuell genutzt wird. Christian Steube erläuterte dazu, dass das Gerät der Bienenzuchtgruppe OÖ–Salzburg gehört. Ursprünglich habe man sich erhofft, dass der Slowfrozer auch vom Salzburger Landesverband genutzt wird, insbesondere zur Konservierung von Drohnensperma im Zusammenhang mit Erhaltungsmaßnahmen für die Dunkle Biene in Salzburg. Das Projekt steckt derzeit noch in der Entwicklung. Es müssen noch Anfangsschwierigkeiten überwunden werden, damit das Gerät vollumfänglich genutzt werden kann.
Anmerkung des Autors: Es wäre wünschenswert, wenn seitens des Landesverbandes mehr über den Status der Dunklen Bienen berichtet werden würde und welche konkrete Maßnahmen nun zum Erhalt/Schutz vom Landesverband unternommen werden.

Da der Vortragende auch über seine Buckfast-Völker berichtete, kam aus dem Publikum zudem eine Frage zu diesem Thema. Christian Steube ging darauf ein, indem er von unterschiedlichem Verhalten seiner Buckfast- und Carnica-Bienenvölker berichtete. Ergänzend führte Obmann Bernd Meierhofer aus, dass es sich hierbei im Grunde um eine vergleichbare Fragestellung wie beim Einsatz von samenfestem Saatgut gegenüber Hybridsorten handle: Einerseits stehe erbstabiles Zuchtmaterial zur Verfügung, andererseits Hybridzuchten mit gezielt kombinierten Eigenschaften. Ob man sich für die eine oder andere Variante entscheide, ist letztendlich eine persönliche Entscheidung, sofern man sich damit auch im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen bewegt.
Anmerkung des Autors: Bei der Imkerei kommt erschwerend hinzu, dass Bienen fliegen und individuelle züchterische Entscheidungen auch Auswirkungen auf benachbarte Imkerinnen und Imker haben können. Die Buckfast-Zucht sei grundsätzlich eine Kreuzungszucht, bei der unterschiedliche Bienenrassen eingekreuzt werden. Gleichzeitig bediene sich die Buckfast-Zucht auch der Kombinations- und Linienzucht, um bestimmte Eigenschaften gezielt herauszuarbeiten und möglichst erbfest zu machen. Ein Blick in ein Buckfast-Pedigree gibt darüber Auskunft, welche züchterischen Wege eingeschlagen und weiterverfolgt wurden. Allen Hybridzuchten ist jedoch gemeinsam, dass für Kreuzungen stets wieder reine Linien beziehungsweise Arten benötigt werden. Es müsse sich daher immer wieder Gruppierungen finden, die diese reinen Sorten und Arten erhalten und bewahren. Daraus ergebe sich letztlich auch die Frage der Fairness im Umgang miteinander innerhalb der Imkerschaft.

Als Dankeschön für seinen tollen Vortrag erhielt Chris vom Obmann Kletterutensilien für seine nächste Kletterpartie sowie das Buch „Vom Verschwinden der Arten” von Katrin Böhning-Gaese und Friederike Bauer (ISBN 978-3-608-98669-3).

Spenden und soziales Engagement

Ein weiterer Programmpunkt galt dem sozialen Engagement der Imkerinnen und Imker aus dem Imkerverein Salzburg Aigen. Neben der üblichen Adventmarktspende und unserer Unterstützung bei der Ukraine-Hilfe, gab es 2025 auch eine Wachsspendenaktion.

  • Heinz Purgstaller von der Caritas Salzburg bedankte sich persönlich bei den Aigner Imkerinnen und Imkern sowie bei Thomas Renner, Geschäftsführer vom Imkerhof Salzburg für die geleistete Unterstützung im Rahmen des gemeinsamen Spendenprojekts. Durch die Wachsspende und die tatkräftige Mithilfe konnte im Caritas Dorf St. Anton in Bruck, in dem 33 Kinder und Jugendliche mit Behinderung leben, die Produktion der ersten Teelichter ermöglicht werden. Diese Teelichter – die ersten 1.400 Stück wurden bereits gefertigt – werden nun im Salzburger Dom als Opfer- und Gedenkkerzen verkauft. Der Erlös aus diesem Projekt kommt einer Kinderkrippe in Damaskus (Syrien) zugute. Heinz Purgstaller lud die anwesenden Imkerinnen und Imker ein, sich auch im laufenden Jahr wieder an dieser Aktion zu beteiligen. Es wurde der Wunsch geäußert, dass sich künftig auch weitere Ortsgruppen sowie der Salzburger Landesverband diesem wertvollen Projekt anschließen und es aktiv unterstützen.
  • Für 2026 ist eine Beteiligung an Maßnahmen zum Schutz der Schwarzen Mörtelbiene geplant. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Salzburg wird es am 29. Mai 2026 eine Exkursion auf den Salzburger Mönchsberg geben. Dort befindet sich die letzte Population dieser schönen Wildbiene in Salzburg.

Ehrungen

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden zudem verdiente Vereinsmitglieder für ihre langjährige Treue zum Imkerverein Salzburg Aigen und zum Salzburger Landesverband geehrt. Insgesamt erhielten 11 Mitglieder eine Ehrung für ihre 10-jährige Mitgliedschaft. Ein Vereinsmitglied wurde darüber hinaus für seine bereits 25-jährige Zugehörigkeit zum Verein ausgezeichnet.

Imkerliche Tätigkeiten im Februar

  •  Vorbereitung der Faulbrutvorsorge (Wichtig für den Erhalt von Wander-/Gesundheitszeugnissen, die wiederum für das Wandern bzw. die Auffahrten auf Belegstellen benötigt werden)
  • Brutnestanpassung (Schieden)
  • Kontrolle der Futterreserven
  • Vorbereitung von Beuten und Zubehör

Termine und Allfälliges

Abschluss

Die Jahreshauptversammlung klang in geselliger Atmosphäre aus und bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zu persönlichen Gesprächen. Insgesamt zeigte die gut besuchte Veranstaltung einmal mehr das große Engagement und den starken Zusammenhalt innerhalb des Imkervereins Salzburg Aigen sowie darüber hinaus.

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