Protokoll vom Stammtisch am 2.9.2025
Ort: Gasthaus Pliemgut
Beginn: 19:15 Uhr
Protokollführerin: Elisabeth Karl
Begrüßung
Der Stammtisch war wieder sehr gut besucht. Unter den Gästen befanden sich der Salzburger Landesobmann Andreas Brieger, der Gauobmann für den Salzburger Flachgau Hans Eisl, der Geschäftsführer vom Imkerhof Salzburg Thomas Renner sowie mehrere Mitglieder der Imker-Ortsgruppe Salzburg Stadt/Umgebung (Maxglan).
Neuigkeiten
- Alte Termine
– 22. Honigfest in Hermagor – siehe Bericht auf unserer Homepage - Vereinshütte am Egelsee 2025
12-13 Liter Futter wurde bereits in die 5 Vereinsvölker eingefüttert
Nächste Tätigkeiten:
– Varroa-Behandlung mit Oxalsäure-Verdampfung, sobald die Völker eine erste Brutpause einlegen
– Planung der Reparaturen im kommenden Jahr: Sanierung des Bodens
– Vorbereitungen für den Winter (Futtergeschirr entfernen und Deckel der Völker abdichten)
– ein Messingschild mit der VIS-Nummer + QR-Code vom Verein muss erst gekauft werden. Dies sollte erst gemacht werden, sobald klar ist, dass die Vereinshütte auch nächstes Jahr genützt wird und klar ist, wie das neue Vereinslogo aussehen wird
– Honig der Vereinshütte zur Untersuchung bringen
– Die Versicherung der Vereinshütte erfolgt zukünftig über den Landesverband und nicht mehr direkt über den ÖIB - Wachsspendenaktion (RefuBees-Projekt)
Leonhard berichtet über den aktuellen Status. Bei ihm und beim Imkerhof wurden schon Wachsspenden abgegeben. Leonhard wird mit Thomas Renner das Datum festlegen, bis wann das Wachs spätestens abgegeben werden kann. Aufgrund der bevorstehenden Adventszeit sollte die Sammelaktion nicht mehr allzu lange dauern, damit das Wachs noch rechtzeitig umgearbeitet werden kann. Angestrebtes Etappenziel: 50 kg. Das gespendete Wachs soll in der Wachsverarbeitung Wageneder geklärt werden, dazu sollten mindestens 20 – 25kg Wachs vorhanden sein. Leonhard ist sehr zuversichtlich, dass diese Menge zusammenkommt. Nach der Klärung des Wachses sollen in einer Caritaseinrichtung Teelichter gegossen werden, die im Dom zu Salzburg bei einem Seitenaltar als Opferkerzen zum Verkauf angeboten werden. Das gesammelte Geld kommt vollständig der Syrienhilfe zugute, die mit dieser Aktion eine Kinderkrippe der Franziskanerinnen in Damaskus unterstützt. Es gibt keine zeitlichen Vorgaben,mit dem Verkauf der Opferkerzen kann jederzeit nach Fertigstellung der Kerzen begonnen werden. - Fachtagung des Salzburger Naturschutzbundes
Wir sind vom Salzburger Naturschutzbund eingeladen worden, uns am 9. Oktober an einer Fachtagung mit hochkarätigen Vortragenden zu beteiligen. Chris Steube wird sich am Vortrag beteiligen. - Adventmarkt 2025 in Elsbethen (29.11.2025 und 6.12.2025)
Maria Steindl freut sich über unsere Teilnahme. Der OGV kommt wieder zu uns in die Hütte.
Alle Vereinsmitglieder sind herzlich eingeladen, sich an den Vorbereitungen für den Adventmarkt zu beteiligen und ihre Imkereiprodukte auf dem Adventmarkt zu verkaufen. - Wachs schmelzen und Rähmchen reinigen
Bisher haben sich nur wenige Vereinsmitglieder, aber auch Imker aus anderen Ortsgruppen gemeldet. Die Aktion sollte daher vermutlich vom Imkerhof aus ausgeschrieben werden. Thomas Renner stimmt dem zu. - Terminplanung 2026
Die Stammtischtermine stehen bereits auf der Homepage
3.2.2026 Jahreshauptversammlung – Vortrag von Chris Steube
3.11.2026 – Mitgliederversammlung – Neuwahl des Vorstandes. Alle Vereinsmitglieder werden gebeten, zu überlegen, ob sie eine Vorstandsfunktion übernehmen möchten und sich im November 2026 zur Wahl stellen wollen. Bis dahin besteht die natürlich auch die Möglichkeit, in die einzelnen Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern. - Imkerhof Salzburg – ab 1. September Nebensaison – Mittwoch und Samstag geschlossen
- Baumpflanz-Challenge
Diese Challenge wurde sehr wohlwollend aufgenommen, Regina hat angeboten eine junge Salweide zu spenden, ein Apfelbaum könnte auch käuflich erworben werden, Kosten etwa 50 bis 60€ - Honiguntersuchung – wichtig auch für Förderungen
Last euren Honig untersuchen. Komplette Honiguntersuchung (20 € für LV-Mitglieder, benötigt 500g Honig) bzw. kleine Honiguntersuchung (11,5 € für LV-Mitglieder, benötigt 250g Honig) - Werbesujets der Biene Österreich
Bernd zeigt das neue Werbevideo der Biene Österreich für österreichischen Honig. Die Werbeunterlagen können über einen Download-Link auf der Homepage des Erwerbsimkerbundes heruntergeladen werden.
⇒ „Gemeinsam sichtbar: Neue Kampagne für echten Honig aus Österreich“
Langläufer (wurden nicht besprochen)
- Bestellung einer Info-Tafel anlässlich der 100-Jahr-Feier der Ortsgruppe Maxglan
Laut Information von Sepp Huztinger verzögern sich die Tafeln - Imker-Ortsgruppe Salzburg Stadt/Umgebung alias Imker-Ortsgruppe Maxglan
Ist in Klärung. Eigentlich soll sich der Landesverband um das Thema kümmern. Nicht unsere Baustelle. Laut Landesverband (Andy Brieger) wird dies bei einer der nächsten Sitzungen besprochen. - Zucht
Pexa-Körprogramm wurde bestellt. Bisher aber noch keine Rückmeldung. - Zucht varroaresistenter Bienen (ORF-Schlagzeile vom 30.4.2025 und Bundesland heute Beitrag vom 4.5.2025) – Unser Vereinsmitglied Christina Hötzinger, welche auch in der OÖ-S-Zuchtgruppe mitarbeitet, könnte nähere Hintergrundinformationen liefern, sofern Interesse besteht. Geplant ist ein Impulsvortrag bei einem Stammtisch im Herbst/Winter und dann ein Folgetermin für Details und Diskussionen für alle, die sich intensiver mit der Materie beschäftigen wollen oder bereits beschäftigen. Christina kann jetzt im Herbst diesen Vortrag nicht halten, möglich ist er eventuell an einem der Stammtische im Frühling.
- Logo und Corporate Design
- Anfrage eines Salzburger Wohnbauträgers
Ein Wohnbauträger will möglicherweise Flächen in den Wohnanlagen für Bienenstöcke und/oder Bienenweiden zur Verfügung stellen. Wir werden da beratend unterstützen und vielleicht auch den einen oder anderen Bienenstand vermitteln. - Zwei Bienenstandorte in der Stadt Salzburg von einem ehemaligen Stadt-Imker
diese werden von Paul Freh-Deutschmann und der Fam. Taxacher übernommen
Kommende Termine bis zum nächsten Stammtisch (siehe auch Veranstaltungskalender)
- 18.9 Obleutebesprechung Flachgau
- 23-27.9 Apimondia in Kopenhagen
- 27.9 ACA-Tagung in Filzmoos
- 3.10 Oxymel-Kurs im Imkerhof Salzburg
- 5.10 ACA SMR-Kurs
- 7.10 Stammtisch
Diverses, Diskussion, Allfälliges
- Ausflüge bzw. Standbesuche (Ideensammlung)
– St. Veiter Stadtmuseum – 130 Jahre Bienenzucht (2.4-31.10). 45 Millionen Jahre alte Biene in einem Bernsteintropfen
– Imkerei Sonderausstellung im Heimatmuseum in Altenmarkt (bis April 2026)
– Kräutergarten in Hollersbach - Pilger und Studienreise nach Padua, Assisi, Rom und Modena am 7-15.3.2026
- Vorträge im Winter. Wir sollten bald wieder einen Vortrag organisieren. Gibt es spezielle Wunschthemen?
Imkern im September – siehe auch Monatsbetrachtungen
- Imkern in Zeiten des Klimawandels
- Fütterung
Räuberei vermeiden! Kleine Mengen am späten Abend füttern. Das Füttern sollte bis Ende September abgeschlossen sein – siehe auch neuer Bericht auf der Homepage „Bienen richtig füttern nach der Honigernte“ - Varroabehandlung
Hauptentmilbung nach dem Trachtende
Grenzwert: 1-3 Milben natürlicher Totenfall pro Tag bis Ende September (Überprüfung ob bisherige Behandlung/Hauptentmilbung wirksam war)
Laufende Beobachtung notwendig!!!
Calistrip Biox Oxalsäurestreifen? Die ersten von der EU zugelassenen Oxalsäurestreifen. Langzeitbehandlung – 6 Wochen mit und ohne Brut
Achtung! Die Streifen enthalten dünnflüssiges Paraffin!
FormicPro – Ameisensäurestreifen – Gelstreifen – auf die Rähmchen gelegt. Bekämpfung der Milben innerhalb und außerhalb der Brut - Schwache Völker auflösen
- Umweiseln mit neuen Königinnen
Aktuelles zur Varroa-Situation im Salzburger Flachgau
Nachdem Bernd die Tagesordnungspunkte präsentiert hatte, ergriff Thomas Renner das Wort, um über die aktuelle Varroasituation im Salzburger Flachgau zu informieren. Obwohl über einen geringen Varroabefall in diesem Jahr berichtet wurde, sind bereits Völker im Flachgau stark von der Varroa befallen bzw. sogar kurz vor dem Zusammenbruch. Thomas zeigte Bilder und Videos von einem stark befallenen Bienenvolk. Darauf sind Bienen mit aufsitzenden Varroamilben zu sehen bzw. Milben, die auf den verdeckelten Brutzellen laufen und nur darauf warten, wieder in eine Zelle zu schlüpfen. Besonders schockierend waren die aus den Zellen schlüpfenden Bienen, welche alle starke Schädigungen (verkrüppelte Flügel) aufweisen.
Thomas zufolge handelte es sich bei dem gezeigten Volk um einen Versuch, bei dem verschiedene Varroabehandlungsmethoden näher untersucht wurden. Es handelte sich um ein Volk aus einer Versuchsreihe, das im Frühjahr stark gebrütet hatte. Für die Hauptentmilbung wurde jedoch ein Oxalsäure-Verdampfungsgerät verwendet, das von einer günstigen Online-Plattform gekauft wurde und nicht funktionierte. Auf den Bildern ist daher zu sehen, wie verheerend die Varroamilbe zuschlagen kann, wenn die Behandlung nicht wirkt. Daraus lässt sich schließen, dass falsche Anwendung und Sparsamkeit die Wirksamkeit einer Behandlung massiv beeinträchtigt. Zudem hängt die Wirksamkeit eines Mittels auch von der Art und Größe der Beute ab, d.h. man muss die Mengenangaben immer kritisch in Hinblick auf das eigene Beutensystem betrachten.
Thomas richtete einen Appell an alle Anwesenden: Es dürften nur zugelassene Tierarzneimittel und qualitativ hochwertige Geräte eingesetzt werden. So ist z.B. Blockbehandlung mit Oxalsäure in Österreich nicht zugelassen. Leider verwenden immer wieder Imker möglichst kostengünstige Produkte – vor allem aus China – die den technischen Anforderungen nicht oder nur bedingt entsprechen. Bei der Oxalsäure-Verdampfung greifen Imker gerne zu technischer Oxalsäure, da diese wesentlich günstiger ist als die zugelassenen Produkte. Dies hat jedoch eine erhöhte Schwermetallkonzentration im Bienenwachs zur Folge. Oftmals werden die diversen Tierarzneimittel auch nicht gemäß Vorschrift angewendet und erzielen in Folge nicht die gewünschte Wirkung. Imker, die erwarten, dass österreichischer Honig als wertvolles Produkt angesehen wird, dürfen bei der Haltung ihrer Bienen selbst keine Kompromisse eingehen und müssen mit gutem Beispiel vorangehen.
Ein weiterer Appell von Thomas betraf die Verwendung lokaler Bienen. Er hat im Laufe seiner Imkerei schon oft Bienen aus anderen Regionen auf seinen Ständen untersucht. Bei einer objektiven Nachbetrachtung haben sich diese Importe jedoch nie als erfolgreich erwiesen. Sie waren den Aufwand nicht wert und somit absolut unnötig. Die Imker sollten daher die lokalen Züchter unterstützen und somit die Selektion lokal angepasster Bienen fördern.
Auf die neuen Behandlungsstreifen FormicPro und Calistrip angesprochen, informierte Thomas, dass letztere aus Spanien kommen. In Spanien und vielen anderen Teilen der Welt wird nicht so sehr auf das Bienenwachs geachtet wie bei uns. Somit können spanische Imker vermutlich auch gut damit leben, dass in den Calistrip-Streifen flüssiges Paraffin enthalten ist. Die FormicPro-Ameisensäure-Streifen sind sehr wirksam, müssen jedoch richtig dosiert werden.
Bei flüssiger Ameisensäure sollte man zum hochkonzentrierten Produkt greifen. Dadurch wird nicht nur der Milbe der Garaus gemacht, sondern auch kranken Bienen. Zudem stellt die Königin für einige Tage das Legen ein, womit ein weiterer negativer Aspekt für die Milbe entsteht.
Danksagung
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Gäste für ihren Besuch und an Thomas Renner für seine eindringlichen Worte. Nun ist jede Imkerin und jeder Imker aufgerufen, sich ein Bild vom aktuellen Varroabefall der eigenen Bienenvölker zu machen und gegebenenfalls entsprechend zu handeln.







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